Alle Jahre wieder: Roller und andere Kleinkrafträder brauchen ab dem 1. März wieder ein neues Versicherungskennzeichen. In diesem Jahr ist Schwarz die Farbe der Wahl. Das grüne Kennzeichen verliert dann seine Gültigkeit. Wen die Umstellung alles betrifft und was passiert, wenn man nicht das aktuelle Kennzeichen hat, erzählt uns Karin Benning von der HUK-Coburg.

Frau Benning, zum 1. März brauchen Fahrer von Kleinkrafträdern ein neues Versicherungskennzeichen. Was fällt alles in diese Kategorie? 

Karin Benning: Kleinkrafträder sind zum Beispiel Mofas, Mopeds, Roller oder auch leichte Quads. Und was vielleicht manchen überraschen wird: auch Pedelecs in bestimmter Ausführung fallen darunter. Sie müssen ein Versicherungskennzeichen tragen, wenn es sich um die sogenannten S-Pedelecs handelt. Bei diesen schnellen Pedelecs wird die Motorunterstützung erst bei einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde abgeschaltet und die Leistung des Motors liegt bei 500 Watt.

Was wenn ich mir nicht sicher bin, ob mein Pedelec betroffen ist?

Benning: Wenn Sie sich ein solches Pedelec zulegen, dann weiß der Verkäufer im Geschäft mit großer Wahrscheinlichkeit, ob es auch ein Versicherungskennzeichen braucht oder nicht. Wenn man sich unsicher ist, auf jeden Fall mal lieber nachfragen – sei es bei der Polizei oder bei der Versicherung – damit man auf der sicheren Seite ist. Denn es ist kein Kavaliersdelikt, kein Versicherungskennzeichen zu haben. Das kann erhebliche Folgen haben. Man sollte auch über seine eigene Verantwortung nachdenken, die man im Straßenverkehr hat. Denn es können auch mit solchen, relativ langsam fahrenden Fahrzeugen durchaus Unfälle passieren, die schwerwiegend sind. Da sollte man sich nicht täuschen. 

Wo bekommt man das neue Kennzeichen her?

Benning: Die neuen Kennzeichen bekomme ich von meinem Versicherer, für den ich mich entschieden habe. Einfach hingehen und ein Versicherungskennzeichen kaufen. 

Geht das auch sehr kurzfristig, wenn man es vorher vergessen hat?

Benning: Normalerweise ist das Kennzeichen vorrätig. Aber es ist ganz wichtig, dass man den Zeitpunkt 1. März einhält. Denn es geht um den Versicherungsschutz. Das ist nicht ein Thema, das man einfach mal auf die lange Bank schiebt. Das Kennzeichen muss zum 1. März getauscht worden sein, sonst hat man keinen Versicherungsschutz.

Warum gibt es die jährliche Änderung des Kennzeichens?

Benning: Es ist auf den ersten Blick erkennbar, ob das Kennzeichen gewechselt worden ist oder nicht. Denn es gibt drei verschiedene Farben: blau, grün und schwarz. Jedes Jahr ist eine andere Farbe dran. Deswegen ist es beispielsweise für die Polizei relativ leicht zu erkennen, objemand das Versicherungskennzeichen für dieses Jahr hat oder nicht.

Welche Konsequenzen hat es, wenn man nicht das aktuelle Versicherungskennzeichen hat?

Benning: Sie haben keinen Versicherungsschutz und das heißt letztendlich: wenn was passiert, bleiben Sie auf allen Kosten sitzen. Und zwar nicht nur auf den eigenen, sondern vor allem auch auf denen aus den Ansprüchen desjenigen, der eventuell verletzt worden ist oder ansonsten in irgendeiner Form zu Schaden gekommen ist. Das kann sehr schnell sehr teuer werden. Denn 45 Kilometer pro Stunde sind schon sehr schnell und wenn man dann einen Unfall baut, ist das nicht unerheblich, vor allem wenn Personenschäden da sind.

Interview von Torsten Franken