DETTINGEN/REGION. Integration in den Arbeitsmarkt und im sozialen Leben, Vermittlung von Information in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, Förderung der Sprachkompetenz oder auch gemeinsame Freizeitgestaltung und Empowerment für Frauen: Der Landkreis Reutlingen hat in den drei Integrationszentren in Reutlingen/ Pfullingen, Münsingen und Dettingen gemeinsam mit seinen Partnern im »Bündnis für Beschäftigung von Asylbewerbern und Geflüchteten« die Angebote und Beratungen gebündelt. Für Landrat Thomas Reumann ein Vorzeigeprojekt, das in der Tat über die Region hinaus Beachtung fand: Paraskevi Michou, Generaldirektorin für Migration und Inneres der Europäischen Kommission und der baden-württembergische Minister für Soziales und Integration Manfred Lucha informierten sich vor Ort über das Konzept und die Umsetzung. In kleinem Kreis führten sie unter anderem ein persönliches Gespräch mit Geflüchteten und einem Integrationsmanager über ihre Erfahrungen. 

Mitarbeiter und Klienten aus aller Welt, Landtags- und Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister Michael Hillert waren ins Dettinger Integrationszentrum gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Integration von derzeit 3 500 geflüchteten Menschen im Landkreis zu informieren. Integration sollte als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden, vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden sei laut Reumann von Anfang an im Focus gestanden. Denn: »Integration findet vor Ort statt und je früher das geschieht, desto besser gelingt das Miteinander.« Den frühen Bemühungen des Landkreises in die Karten gespielt habe der im April 2017 in Baden-Württemberg unterzeichnete Pakt für Integration, unter anderem wurden Mittel für Integrationsmanager freigegeben. »Aus Geflüchteten sollen Mitbürger werden, aus Betroffenen Beteiligte«, fasste Minister Manfred Lucha die Intention zusammen.

Die Umsetzung im Landkreis Reutlingen habe den Charakter eines »Meilensteins«: »Integration wird hier nicht dem Zufall überlassen.« Durch die Einrichtung der Integrationszentren habe man, so der Landrat, im Kreis einheitliche Standards in Beratung und Betreuung geschaffen. Das Konzept sei bislang in Deutschland einzigartig. Die effektive Umsetzung sei indes nur möglich, weil die Mitarbeiter für die Aufgabe brennen würden: »Sie machen nicht nur ihren Job sondern sind mit Herzblut dabei.« Zunächst für zwei Jahre angedacht, ist die Finanzierung der erfolgreichen Integrationszentren für ein weiteres Jahr gesichert. Paraskevi Michou zeigte sich beeindruckt von der Arbeit und den vielfältigen Angeboten. Die EU-Politikerin sagte dem Projekt ihre Unterstützung zu.                                                                                                            –oec