METZINGEN. Die Kelternstadt hatte sich vor drei Jahren auf den Weg gemacht, seine Kindertageseinrichtungen inklusiv zu gestalten. Nun findet der arbeitsintensive Prozess mit einem Fachtag am Samstag, 20. Oktober ein vorläufiges Ende, von einem endgültigen Abschluss könne laut Peter Nißle indes nicht die Rede sein: »Es wurden Qualitätstandards entwickelt und erarbeitet«, führt der Leiter des Fachbereichs Soziales und Familie der Stadt. »Nun beginnt die Arbeit, müssen sie umgesetzt werden.«

Inklusion hat die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen zum Ziel, betreffe in Bezug der Kindertageseinrichtungen nicht nur Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen: »Alle werden in den Blick genommen und begleitet«, unterstreicht Regina Stramm, Fachbereichsleiterin Kindertagesstätten der Stadt Metzingen. Jeder habe seinen Platz in der Gesellschaft, die Unterschiedlichkeit der Kinder werde akzeptiert – ob aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten, Aspekten der Migration oder weil ein Kind als »Zappelphilipp« gilt. Dieser Ansatz erfordere eine Weiterentwicklung der professionellen Haltung und des pädagogischen Handelns der Fachkräfte, wie Andrea Vogel betont.

Die Fachbereichsleiterin Tagesbetreuung für Kinder des Landratsamtes Reutlingen hat den Inklusions-Prozess begleitet - pädagogisches Handeln wurde auf Basis des Index für Inklusion reflektiert, Veränderungen initiiert und konzeptionell verankert. Die Qualifikationsoffensive war im Rahmen der Inklusionskonferenz im Landkreis angeregt worden, Bad Urach hat den Prozess bereits abgeschlossen und Pliezhausen befindet sich mitten drin. Metzingen sei aufgrund seiner Größe und Geschlossenheit laut Vogel durchaus etwas Besonderes: Rund 170 pädagogische Mitarbeiter aus allen 18 Kindertageseinrichtungen an der Qualifizierungsmaßnahme teil, ob in kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft, es waren auch die Elterninitiativen Sonnenschein und Naturkindergarten Grashüpfer wie auch das integrative Kinderhaus mit im Boot. Die stellen nun alle gemeinsam den Aspekt des Willkommenseins in den Vordergrund ihrer Arbeit, derjenige der Unterschiedlichkeit wird aufgelöst. Bei der Abschlussveranstaltung am Samstag werden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht und in großer Runde der Prozess analysiert, sondern es wird durchaus auch gefeiert – das hätten sich laut Andrea Vogel alle Beteiligten verdient.                                                                                                                                                                                                                   –oec