NEUHAUSEN. Der eine liebt seine Unabhängigkeit, der Andere will umsorgt sein, aber kaum einer möchte allein sein - schon gar nicht im Alter. Die passende Wohnform zu finden scheint jedoch schwer, denn in Neuhausen gibt es so was nicht, sagen Sabine Jäger-Renner und Sabine Huber. Die beiden Damen haben sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und laden am Freitag, 29. September, 19 Uhr in den Bindhof ein. Es soll ein Mitmachprojekt werden für alle Bürgerinnen und Bürger. Ähnlich wie vor ein paar Jahren im Nachbarort Dettingen.
Das »Sorglos Wohnen – zentrumsnah für Jung und Alt«-Projekt schlug große Wellen und erhielt sogar von der Landesinitiative der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen – kurz ARGE – eine Auszeichnung. Hier leben generationenübergreifend Menschen zusammen.


Dettingen ging damals einen ziemlich neuen Weg. Denn bevor überhaupt ein Bagger auf dem gemeindeeigenen Bauplatz am Bahnhof anrollte, diskutierten die Menschen ausführlich in mehreren Treffen darüber, was überhaupt gewünscht respektive gebraucht wird. Ein weiteres Beispiel gibt es in Ohmenhausen. Die Kurzvorstellung der »Initiativen innovativer Wohnformen« erläutern die Regionalleiterin der Samariter Stiftung Angela Krohmer, Hans Gampe und ein Sprecher von Wigwam aus Reutlingen.


Martien Elderhorst von der Communia ist ebenfalls anwesend. Bekanntermaßen sucht die Bürgerstiftung nach passenden Grundstücken. Ganz im Zeichen der Augsburger »Fuggerei« sollen kostengünstige Siedlungen in Metzingen für Menschen mit kleinem Geldbeutel entstehen. Sabine Huber, Ortschaftsrätin in Neuhausen, weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig die Situation im Ermstal ist. Sie selbst hat ihre Oma bis zum Tod zu Hause versorgt. Konfrontiert mit vielen teilweise unvorhersehbaren Dingen, ließ sie sich zur Bürgermentorin ausbilden und ist seither aktiv unterwegs.


Die Ideengeberin möchte alternative Wohnformen aufzeigen. Gemeinsam mit Sabine Jäger-Renner, die bei der Stadt für bürgerliches Engagement zuständig ist, wollen beide herausfinden, was die Leute bewegt. Am Ende der Veranstaltung gibt’s eine Bestandsaufnahme und vielleicht sogar schon eine eigene Projektidee. Ausgewertet wird das Ganze an einem »Runden Tisch«. Doch zunächst einmal sind beide gespannt auf die Resonanz. Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler eröffnet den Abend im Bindhof.