REUTLINGEN. Sie nehmen das Thema Fachkräftestabilität sehr ernst. Deshalb hat der IHK Förderkreis Standortmarketing eine besondere Kampagne gestartet und umgesetzt. Eine messetaugliche, auch online herunterladbare Broschüre mit dem Titel »100 Gründe für die Region Neckar-Alb« liegt nun als Publikation vor.
Markus Nawroth freut sich über das Engagement und dankt allen Mitwirkenden.

Der Bereichsleiter für Standortpolitik stellt den Inhalt vor: Eine farbenfrohe, schlicht-schöne Auflistung regionaler Sehenswürdigkeiten ist dem Leser geboten. Gleichzeitig findet er darin auch Tour-Empfehlungen, die schönsten Aussichtspunkte in der Gegend sowie Namen und Zahlen, die man über die Landkreise Reutlingen, Tübingen und auch den Zollernalbkreis kennen sollte. 
In quadratischem Format und auf weichem und festem Papier wird hier aber »nicht klein gedacht«. Bis nach Brexit-England soll die Kundschaft vom perfekten Standort am besten gehen.

»Viele aus dem Finanzwesen wird es natürlich nach Frankfurt ziehen«, erklärt Epp. Aber das nahegelegene Stuttgart, der Flughafen und der zukünftige S21-Bahnhof plus Messe seien Umgebungspunkte, die sich lohnen. »Strategisch gut gelegen und für Unternehmer ganz sicher eine gute Wahl«, fügt Nawroth hinzu. Wer sich davon noch überzeugen möchte, schaut am besten mal rein in die Broschüre und lässt sich inspirieren, anziehen - wenn nicht gar überzeugen. Bei der ortsansässigen Unternehmerschaft verzeichnet die IHK bisher zwar mehr Zuzüge als Abgänge.

Nichtsdestotrotz: »in der Region fehlt es an Fachkräften - das Problem ist enorm und wird auch zukünftig ein großes bleiben«, erklärt Dr. Wolfgang Epp. Der IHK-Hauptgeschäftsführer beschwichtigt, nennt aber ernste Zahlen: »Bis 2030 sind es laut unseren Statistiken rund 20 000 Fachkräfte, die fehlen werden«. 800 bis 1 200 fehlende Akademiker kommen da laut Berechnungen noch hinzu. Eine rege Wirtschaftsstruktur bedarf andrer Zahlen und anderer Aktionen.
Nicht nur aus diesem Grund hat sich der IHK-Förderkreis Standortmarketing zu dieser besonderen Kampagne bewogen gefühlt. Über 80 Unternehmen wirkten hierbei als Ideengeber und Organisatoren. »Sie machen sich stark für die Region, öffnen das Füllhorn der Wohlfühlfaktoren«, so Epp.


Ach, und Übrigens: auch die IHK zieht bald um. Nachdem ihr bisheriges Refugium im Januar 2018 abgerissen und nach neuesten Schutzbestimmungen gebaut wird , bezieht sie die neuen Räumlichkeiten voraussichtlich in zwei Jahren. Wegziehen wird sie aber sicher nicht – sie bleibt da, wo es am schönsten ist.