REUTLINGEN. Die Mehrheit der Händler und Gastronomen in der Reutlinger Innenstadt hält den aktuellen Standort des Weihnachtsmarkts für verbesse-rungswürdig. Das zeigt eine Umfrage der IHK.
231 direkt betroffene Gewerbetreibende in der Reutlinger Innenstadt wurden von der IHK an-geschrieben. 52 machten mit. Die Ergebnisse zeigen: Am Standort scheiden sich die Geis-ter. Über 80 Prozent halten den jetzigen nicht für optimal. Grundsätzlich findet man den Weihnachtsmarkt schon gut, allerdings wird er als zu eng und zu wenig weihnachtlich eingestuft.


Dazu kommt: Händler – zumindest auf der einen Seite der Wilhelmstraße – stören sich an zugestellten Geschäften und Schaufenstern. »Die Ausführlichkeit der Antworten zeigt die Brisanz des Themas«, sagt Karin Goldstein, Bereichsleiterin Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK. Was auffällt: Aus der Kernzone des Weihnachtsmarkts im Bereich der oberen Wilhelmstraße gibt es kaum mehr Antworten bei der Umfrage, obwohl die Betroffenheit der Betriebe noch unmittelbarer ist.


Als Alternative befürworten die Befragten, die den jetzigen Standort ablehnen, den Marktplatz sowie den Bürgerpark. Der Bürgerpark neben der Stadthalle liegt dabei in der Präferenz leicht vorne. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Länge des Weihnachtsmarktes: »Der Markt dauert zu lang« und »Der Markt ist genau richtig lang« sind die wesentlichen Antworten, wobei das Lager der »zu lang« -Anhänger vorne liegt.


Marktplatz als Kompromiss


Aus zahlreichen Gesprächen und Rückmeldungen der innerstädtischen Betriebe hält die IHK derzeit den Marktplatz als Kompromissstandort für möglich. Diese Lösung würde den Weihnachtsmarkt weiterhin zentral in der Innenstadt halten und böte die Chance, noch mehr weihnachtliches Flair zu ermöglichen. »Wir glauben, dass es zumutbar ist, den zu dieser Zeit ohnehin verkleinerten und teilweise untervermieteten Wochenmarkt zu verlagern«, sagt Karin Goldstein.

Eine Verkürzung des Marktes wird dagegen als schwierig angesehen. »Die guten Anbieter ziehen dann zu Märkten weiter, die länger dauern und mehr Umsatz versprechen«, so die Handelsexpertin. Die IHK hat die Umfrage im Zuge ihres gesetzlichen Auftrags als Gesamtinteressenvertreterin der regionalen Wirtschaft durchgeführt. Sie fordert dabei erneut, dass ihre Mit-gliedsunternehmen bei weitreichenden Verwaltungsentscheidungen grundsätzlich besser und früher integriert werden. »Zu einer guten Politik gehört es auch, betroffene Unternehmen anzuhören.«