Wir wollen miteinander feiern, spielen, schwatzen, singen, wir wollen uns an den Darbietungen von Jung und Alt erfreuen, kurzum wir wollen uns als eine große harmonische Hirschauer Familie fühlen, die sich mächtig freut, wenn sie auch von einigen Angehörigen, die früher hier gewohnt haben und nun auswärts leben, besucht wird«. So kündete ganz euphorisch das Gemeindeblättle von Hirschau das erste Straßenfest an. Das ist 38 Jahre her und mittlerweile sind im zweijährigen Rhythmus 18 solche Festle über die Bühne der Zeit gegangen. Am Wochenende folgt Nummer 19 dieses ganz besonderen Events, das von den Bürgern Hirschaus für die Bürger veranstaltet wird.
Ortsvorsteher Ulrich Latus sticht am Samstag, 23. Juni um 17 Uhr das Bierfass an und eröffnet damit den zweitägigen Reigen mit viel Programm von und mit den Vereinen und Bürgern des Tübinger Ortsteils, der vor allem auch durch seinen bunten Blumenschmuck an den Straßen bekannt ist. Damals wie heute laden die Vereine ein – der Akkordeonclub, der Liederkranz, der Musikverein, die Narrenzunft, der Obst- und Weinbauverein, der Skiclub, Albverein-Ortsgruppe Hirschau, TSV Hirschau sowie die Freiwillige Feuerwehr Hirschau – stellen ein Zelt auf und bieten eine bunte Unterhaltung. Vor allem mit Musik geht alles besser sagen sich die Veranstalter und so eröffnet der Musikverein Hirschau um 17 Uhr am Samstag das Festle musikalisch. Ab 19 Uhr sorgt Alleinunterhalter Arthur Lorenz für Stimmung im Zelt und bei schönem Wetter davor. Zwischen Rathaus und Kirche in der Kingersheimer Straße locken noch weitere Attraktionen. Ein Bierbrunnen, eine Weinlaube, Kinderprogramm und Hüpfburg und Pizza. Auf die Kinder wartet ein abwechslungsreiches Programm bei der Kirche, denn die Kirchengemeinden sind ebenfalls ziemlich engagiert beim Festle. Nicht nur mit einem Gottesdienst.

Auch Kinderprogramm
Ein ökumenischer Gottesdienst eröffnet den Festsonntag. Um 9.30 Uhr bitten die Geistlichen in die St. Ägidius Kirche, danach geht’s zünftig mit dem Frühschoppen und Unterhaltung mit der Wirtshausmusik »Ziehblech« weiter.
Gegen 13 Uhr lässt der Akkordeonclub Hirschau aufhorchen und zeigt, was in ihm steckt. Ab 15 Uhr macht die Band Hirschwurm Blechtreff Stimmung auf der Kingersheimer Straße, die ja im Grunde genommen die Ursache für dieses feine Festle ist, das seit 38 Jahren für zusätzlichen Zusammenhalt in der Gemeinde Hirschau sorgt. 1980 machte sich nämlich die Verwaltung mit den Gemeinderäten Gedanken darüber, wie man diese Straße feierlich nach Renovierung und Verschönerung seiner Bestimmung übergeben kann. Daraus ist das Straßenfest entstanden und viele Begegnungen, viel Spaß, viele Gemeinsamkeiten.
Denn es gilt: Wer zusammen lebt, der muss auch zusammen feiern. Feste sind der Kit der Gemeinschaft.     –diet 
 

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