Hier Outlet-City, dort Sieben-Keltern-Ensemble, hier zehntausende Shoppingfreunde mit ihren Autos, dort gefrustete Bewohner ob der Fahrzeugflut: Metzingen ist kein einfaches Pflaster, obwohl die Kommune keine Geldsorgen hat – im Gegenteil. Doch die Große Kreisstadt verändert sich dynamisch, ganz gleich ob es einem gefällt oder nicht. Kein Metzinger wird leugnen, dass die Stadt über Jahrzehnte ein abschreckendes Bild bot, wer sich dem Zentrum über die Landestraße 378a, die Stuttgarter- und die Wilhelmstraße näherte. Erfordernisse, die dem Verkehr oder dem Gewerbe geschuldet waren, führten teilweise zu erheblichen städtebaulichen Missständen, wie selbst die Stadtverwaltung zugibt. Nach langen Jahren des Improvisierens und Vertröstens der Bevölkerung bietet nun die Entwicklung auf dem Gaenslen & Völter-Areal Chancen nicht nur dort, sondern entlang des Ermsufers und am Adlergarten den Innenstadtbereich nachhaltig aufzuwerten. Das ganze Gebiet ist tituliert als »Stadteingang West«. Abgeschlossen wird in diesem Jahr das Programm Innenstadt III, mit dem 2008 Metzingen in das Bund-Länder-Programm ASP wurde.
Dabei sollte besonders der Stadtkern nachhaltig gestärkt werden. Unter dieser Zielsetzung wurden zahlreiche Einzelmaßnahmen realisiert. Hierzu zählen die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses, der Umbau des historischen Pfleghofs zum integrativen Bürger- und Familienzentrum, die Neugestaltung des öffentlichen Straßenraums und die Förderung von Modernisierungsmaßnahmen an privaten Gebäuden. Möglich sind solche umfangreichen Sanierungen nur, wenn es staatliches Geld gibt. Dies ist auch im Fall »Stadteingang West« gegeben. 
Dass bereits der erste Antrag, der beim baden-württembergischen Wirtschaftsminister eingereicht wurde, Gnade vor den kritischen Prüfern fand, spricht Bände. Der Förderrahmen liegt bei 1,5 Millionen Euro, wovon die Stadt 40 Prozent zu stemmen hat. Private Häuslesbesitzer in diesem Gebiet müssen sich mit weniger bescheiden. Sie erhalten maximal zehn Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Muss das Gebäude abgebrochen werden, weil es nicht mehr saniert werden kann, sind es 25 Prozent. Das Sanierungsgebiet, das an das 6,5 Hektar große G&V-Areal angrenzt, umfasst 2,2 Hektar. Dazu gehören der Adlergarten, der Gaenslen & Völter-Platz (früher Friedrich-Herrmann-Platz), Privatgrundstücke entlang der Stuttgarter- und Wilhelmstraße sowie einen des G&V-Areals entlang der Erms. Sinn macht die Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt, da das Regierungspräsidium Tübingen die frühere Durchgangsstraße (B 28 alt) ab dem Bräuchleknoten bis zur Ulmer Straße zur Gemeindestraße rückgestuft hat. Die Outlet-Touristen sollen nun entweder über den Knoten an der
B 313 in die Eichbergstraße in die Parkhäuser gelotst werden oder die Stuttgarter Straße nur noch bis zum unterirdischen Parkhaus am G&V-Platz fahren. Ob sich diese daran halten und nicht versuchen weiter ins Zentrum zu fahren, um einen näher an den Outlets und womöglich kostenfreien Parkplatz in der Innenstadt zu ergattern, wird die Zukunft zeigen. Verkehrstechnischer Schwachpunkt war bisher auch die Nordtangente (Hexham und Nagykallo-Allee). Wer aus Richtung Nürtingen kam und Richtung Bad Urach wollte, ließ diese links liegen und fuhr lieber den kürzeren Weg durch die Noyon-Allee in der Stadt. Vor allem Lastwagen sorgten für Lärm und Gestank sowie Unmut bei den Anliegern. Mit dem Bau von Einfädelspuren an der B 312 soll Auto- und Lastwagenfahrern der kleine Umweg versüßt werden. Langfristig könnte dann auch der Teil der B 313, der vom Kreisverkehr an der Nürtinger Straße bis zum Polizeirevier führt, zur Gemeindestraße rückgestuft werden und die Lastwagen zumindest des Nachts verbannt werden. 
Momentan sieht es so aus, als sollten die Aufwertung der Innenstadt und das Reduzieren des Verkehrs gelingen. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sich die Autofahrer nicht daran halten.