BAD URACH. Tosender Beifall, strahlende Gesichter und eine zufriedene Crew: was kann es Schöneres geben nach einer fast zweistündigen Theater-Aufführung. Die Musical-AG der Geschwister-Scholl-Realschule (GSR) hatte ihren großen Auftritt in der Festhalle. Gezeigt wurde das Stück: »Das Geheimnis des Schulkellers«. Spannende Geschichte, in der zwei Protagonisten im Vordergrund stehen: Daniela und Florentine. Beide besuchen, ohne von einander zu wissen, die gleiche Schule. Und beide werden von ihren Mitschülern gemobbt. Aber dem nicht genug. Die eine ist ein Menschenkind, die andere ein Vampir. Erstmals aufeinander treffen die beiden im Schulkeller – einem Ort, an dem sie von ihren Klassenkameraden gesperrt wurden. Doch der Schulkeller ist kein normaler Schulkeller. Denn in den Katakomben des altehrwürdigen Gemäuers herrschen die Vampire.

Freundschaft - Respekt - Ehrlichkeit 

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Ähnlich wie bei den Lebenden besucht auch der Vampirnachwuchs die Schule. Und siehe da, es werden auch die gleichen Themen behandelt: Aktuell stand Cleopatra auf dem Plan. Einst mächtigste Frau der Welt, doch schon längst verblichen, feierte Ägyptens Herrscherin im Stück dort unten ihr Comeback.  Das bemerkten auch zwei süße wenn auch etwas traurige Gespenster, namens Nebelina und Spukina. Als Hausgeister beziehungsweise Gespenster bleibt ihnen kaum etwas verborgen. Sie wissen auch um die Unzufriedenheit der beiden Schülerinnen und bieten spontan ihre Hilfe an. Und so kommt’s, wie’s kommen musste: Um herauszufinden, was so abgeht in der jeweils anderen Welt, tauschen beide kurzerhand die Rollen. Das löste allerdings nicht den »wahren Hype« aus. Am Ende registrierten Daniela und Florentine relativ schnell, was wirklich zählt und eine echte Freundschaft ausmacht: Respekt und Ehrlichkeit dem anderen gegenüber nicht nur zu zeigen, sondern auch zu leben – ganz gleich wo er herkommt.     
 

Eine der künstlerischen Leiterinnen ist Marion Nagler, Lehrerin an der GSR. Wir haben mit Ihr gesprochen und Interessantes dabei erfahren:

Ihr führt seit fünf Jahren mit zunehmenden Erfolg Musicals auf. Gibt’s eine Erklärung dafür?
Nagler: Wir lieben es, die unterschiedlichen Talente, die in den Schülern schlummern, ans Licht zu bringen. Und das spricht sich so langsam rum, die Halle ist voll und wir freuen uns. Wir haben mit einer Zeitreise in die 60er Jahre angefangen, sind danach dem Gespenst von Canterville begegnet, hatten dann Lampenfieber und waren an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Dieses Mal lüfteten wir das Geheimnis des Schulkellers _ eine bunte Mischung also.

Und wie kam es eigentlich dazu?
Nagler: Ich wollte schon immer eine Theater-Gruppe gründen, habe dann entsprechende Fortbildungen in dieser Richtung gemacht - und mit meinen beiden Kolleginnen stand dann ein Trio, das der Mammutaufgabe gewachsen war. Zum Team gehören Kerstin Jesser und Claudia Schmok, die während der Aufführung leider im Krankenhaus lag.

Wer sucht die Stücke aus?
Nagler: Das ist unterschiedlich. Jeder von uns dreien kann einen Vorschlag machen und dann suchen wir zusammen aus, was am besten passt.

Schon mal mit einem Thema falsch gelegen?
Nagler: Eigentlich nicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir die Stücke mit speziellen Choreografien an unsere Schüler anpassen.

Wie viele Kids sind in der Regel dabei?
Nagler: Im Durchschnitt liegen wir bei 40 Schülerinnen und Schülern, wobei die Mädels überwiegen.

Für die Zuschauer sieht das alles so leicht aus. Doch dahinter verbirgt sich meist harte Arbeit. Wieviel Zeit braucht es, bis alles passt?
Nagler: Schön, dass es leicht wirkt. Wir proben ab Januar bis November jeden Mittwoch zwei Stunden. Und vor der Aufführung haben wir zwei Probentage, wo es dann an den Feinschliff geht. 

Kostüme, Headsets, Bühnenbilder, nicht zu vergessen die Pausenverpflegung. Es wird eine Menge »Zeug« benötigt. Wie wird das Ganze finanziell gestemmt?
Nagler: Ja, das ist schon eine große finanzielle Belastung. Wir sammeln Spenden und unsere Schulleitung unterstützt uns finanziell.
Aber da sind auch die Kolleginnen und Kollegen, die uns tatkräftig unter die Arme greifen, die Bühnenbilder gestalten, Kostüme nähen oder das Fingerfood mit Schülern vorbereiten. Ohne die wäre das Ganze nicht zu schaffen. 

Schon eine Ahnung was nächstes Jahr aufgeführt werden könnte?
Nagler: Naja, ich bin schon auf der Suche nach einem neuen Stück und habe schon zwei ins Auge gefasst. Wir werden das dann in unserem Dreier-Team aussuchen. Im November 2017 kann man das dann in der Festhalle Bad Urach miterleben.                                                                                          

Die Fragen stellte Gabi Piehler