REUTLINGEN. Im Winter gerät das Freibad zuweilen aus ersichtlichen Gründen aus dem Fokus – doch nicht bei den Verantwortlichen des Reutlinger Wellenfreibades Markwasen. Die Frauen und Männer von den Stadtwerken Reutlingen haben ihrem Bade-Ressort eine Rundum-Erfrischungskur verordnet. 

Umfassende Erneuerungen

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Das Schwimmer-und Springerbecken, welche noch aus dem Jahr 1955 stammen, müssen umfassend erneuert werden. Die Bodenbeläge der beiden Becken wurden bislang jedes Jahr notdürftig geflickt. Die letzte umfassende Sanierung ist nun auch schon immerhin 31 Jahre her. Seit dieser Zeit ist die Folienauskleidung ausgebleicht und spröde geworden. Nun bekommen beide Becken jeweils einen komplett neuen Bodenbelag spendiert. Diese sollen nun die nächsten 20 Jahre ihren Dienst tun. 
Auch die alten Fliesen am Beckenrand gehören der Vergangenheit an. Immer wieder mussten diese unter anderem wegen Frosteinwirkungen aufwendig saniert werden. Damit ist jetzt Schluss - Rinne und Beckenkopf sollen nun mit Edelstahl ausgekleidet werden. Diese Lösung bot sich regelrecht an - denn neben dem etwas edleren Look ist der Edelstahl auch unempfindlicher gegen Wasser und Umwelteinflüsse. Zudem waren die alten Fliesen sowieso nicht mehr lieferbar. 
Im Rahmen des Umbaus wird gleich alles mit auf den neuesten Stand gebracht. Die Beckeneinströmung, Rohre und Leitungen werden erneuert, ebenso wie die Abwasserleitungen. Zur Erleichterung der etwas betagteren Schwimmerinnen und Schwimmer wird es in Zukunft einen neuen komfortablen Einstieg ins Schwimmerbecken geben. 
»Die Arbeiten sind zur Zeit soweit fortgeschritten, dass die gesamte Verrohrung des Schwimmer- und Springerbeckens verlegt und die Beckenumgänge wieder zum größten Teil mit Boden gefüllt wurden«, berichtet Necdet Mantar, Bereichsleiter der Reutlinger Bäder, über den Stand der Dinge Anfang Februar. Auch wenn die Sanierung im Vergleich zu der Zeitplanung wenige Tage in Verzug geraten ist, dürfte die geplante Öffnung am Mittwoch, den 1. Mai, nach jetzigem Stand nicht gefährdet sein, so die Einschätzung von Necdet Mantar. Die komplexen Umbauarbeiten, die das Reutlinger Freibad wieder auf Vordermann bringen sollen, laufen bereits seit dem 10. September vergangenen Jahres. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,1 Millionen Euro.

Öffnung wie geplant
So können »Wasserratten«, »Haubentaucher«, und »Arschbombenakrobaten« sich am ersten Tage des Wonnemonats getrost im kühlen Nass tummeln. Mit den Preiserhöhungen in den Reutlinger Bädern hat die Baumaßnahme übrigens nichts zu tun. Vielmehr erklärt sich die Anhebung des Eintrittsgeldes insbesondere durch die gestiegenen Unterhaltskosten - unter anderem für Strom, Wasser und Personal.
Das Reutlinger Wellenfreibad gehört in den Sommermonaten zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Im vergangenen Jahr 2018 erfrischten sich rund 206 000 Badegäste in den kühlen Wellen und Wogen der Bade-Oase am Markwasen.