GOMARINGEN.  Fast genau ein Jahr nach dem Spatenstich feierte die Kreisbaugesellschaft Tübingen Richtfest in der Bahnhofstraße 21. Aus einer Brach fläche, einem »Filetgrundstück«, wie es damals bezeichnet wurde, ist mittlerweile der ansehnliche Gebäudekomplex gewachsen. Beeindruckend sei das Gebäude in seinen Ausmaßen, äußerte Bürgermeister Steffen Heß. Für die Kreisbau begrüßte Heß in Gomaringen deren Geschäftsführer Karl Scheinhardt und Wolfgang Walz, den Tübinger Landrat Joachim Walter sowie die Architekten Gottfried Häfele und Michael Stoll. 

Heß nahm das Richtfest zu Anlass für Rückschau und Ausblick. »Der Komplex verändert die Dimensionen unseres Ortes«, so der Bürgermeister. »Er knüpft an bestehende Strukturen in unmittelbarer Nachbarschaft an, nimmt aber auch die Fäden auf an den Achsen zwischen Land und Stadt, zwischen Gomaringen, Tübingen und Reutlingen.« Noch sei das Gebäude im Rohbauzustand und betongrau. Doch mit der fertigen Außengestaltung werde es sicher den Raum in der Bahnhofstraße aufweiten und die Ortsmitte aufwerten. Und wie werde es erst sein, wenn es sich mit Leben füllt? 

Die Gemeinde Gomaringen arbeitet seit Jahren daran, die Ortsmitte attraktiv zu gestalten und zu stärken.
Einmal mit der »Kultur- und Dienstleistungsachse«: Schloss, Schlossbibliothek und Dienstleistungszentrum sowie in diesem Zusammenhang auch mit der zugehörigen Straßenraumgestaltung. Mit dem Wohn- und Geschäftshaus »Impuls« gewinnt Gomaringen einen nun weiteren wichtigen Baustein in der neuen Mitte; auch er wird dazu beitragen, die Kaufkraft in Gomaringen zu binden. »Wir entwickeln uns zunehmend zum Ort der kurzen Wege«, wie der SWR 4 bei seiner Live-Sendung im Schloss kürzlich auch schon feststellte. Doch auch eine Gruppe Menschen, die besonders des Miteinanders bedarf, profitiert vom neuen Haus in der Bahnhofstraße. »Letztlich«, so der Bürgermeister weiter, »erleben wir hier eine konkrete Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Es entsteht Wohnraum für Menschen mit Behinderungen mitten im Ortskern.«
Heß begrüßte in diesem Zusammenhang auch Torsten Hau, Vorstand des Freundeskreis Mensch e.V. mit Sitz in der Robert-Bosch-Straße.

Der Bürgermeister dankte bei der Gelegenheit auch den angrenzenden Nachbarn, »die offen im gemeinsamen Dialog das Bauvorhaben begleitet und auch die Belastungen, die von solch einer Baustelle ausgehen, bis heute ertragen haben«. Es sei allen bewusst, dass ein Neubau, ganz besonders in dieser Größenordnung, zu Belastungen für die Anwohnerschaft führe. –tw