GOMARINGEN. Blauer Himmel und für den Herbst ungewohnt wohlige Wärme: Am Wetter mag es kaum gelegen haben, dass sich der Zulauf bei der letzten Ortsbegehung in Gomaringen eher in Grenzen hielt. Dabei wäre es noch einmal eine gute Möglichkeit gewesen, eigene Ideen in die zukünftige Gestaltung der »neuen Ortsmitte« einzubringen. 

»Mit der Brille der Gewerbetreibenden« wollte man sich die anstehende und angestrebte Raumgestaltung rund um die Bahnhofstraße noch einmal ansehen. Sich Ideen, Anregungen und Sorgen anhören, denn in Zukunft soll sich hier einiges verändern. Es soll schöner und einladender werden für die Gomaringer und Besucher und damit natürlich auch lukrativer für die hiesigen Geschäftsleute. Denn die Konkurrenz schläft nicht – Reutlingen und Tübingen befinden sich in Schlagdistanz und online ist es möglich, praktisch rund um die Uhr einzukaufen. Was also tun, damit Gomaringen eine lebendige Gemeinde bleibt? Sicher ist eines – Gomaringen soll ein Face-Lifting bekommen. Und die Bevölkerung soll da auf jeden Fall ein Wörtchen mitzureden haben. 

Großes Thema: Parken
Wie sich im Gespräch mit den Händlern vor Ort herausstellte, ist die unmittelbare Erreichbarkeit der Geschäfte der größte Vorteil in Gomaringen. Obwohl geplant ist, die Straßen flanierfähiger zu machen, ist die Gemeinde gleichzeitig bestrebt, die Autos nicht aus dem Innenbereich zu verbannen.
»Wenn die Leute nicht mehr parken können, wirkt sich das negativ auf die Geschäfte aus«, befürchten die Händler. Von den verfügbaren Parkplätzen hängt also viel ab. Darum ist seitens der Gemeindeverwaltung nicht angedacht, die Anzahl der Stellplätze zu verringern - eher das Gegenteil. Beim Parkdeck im Eisenbahnweg wäre es zum Beispiel aus statischer Sicht kein Problem, noch ein Stockwerk draufzusetzen.

Problem Straßenführung
Nicht nur der stehende Verkehr ist ein Thema – auch der fließende. Gerade beim Busverkehr halten die Bürger eine Veränderung für bitter nötig. Manche Stellen und Kurven sind so eng, dass der Bus meist den Bürgersteig oder beispielsweise sogar den Hof von Feinkostladen »Emmy Lindgrün« benutzen muss, um die Kurve zu kriegen. Richtig problematisch macht es die Tatsache, dass viele Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule an dieser Stelle vorbeimüssen. All diese Bedenken fließen in die Projektplanung ein. Drei Planungsbüros sollen bis Ende des Jahres erste Konzepte vorlegen. Dann möchte sich die Verwaltung für das Beste entscheiden.

Aber einfach wird es nicht für Bürgermeister Steffen Heß. Anwohner und Gewerbetreibende müssen gleichermaßen mitmachen. Denn nicht alles im Sanierungsgebiet befindet sich in öffentlicher Hand. Da wird der Rathauschef wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten und in zahlreiche Verhandlungen gehen müssen.     –boe