Gute Ideen setzen sich durch. Große Ideen wachsen. Vor zwölf Jahren saßen die Alten Herren des SV Gomadingen wie jeden Mittwoch zusammen am Stammtisch und unterhielten sich über das Weltgeschehen und was sonst noch so die Gemüter bewegte. Plötzlich ergriff eine spontane Idee die Aufmerksamkeit aller, ein angeregtes Gespräch entspann sich. »Wir haben da so ein schönes See’le, da könnten wir doch ein Festle machen.« Dieser Gedanke setzte sich fest und keimte wie eine Sonnenblume. Sie wächst und wächst und wächst und was von den Verantwortlichen als kleines Festle gedacht war, das wuchs in den vergangenen Jahren zu einer Feier, die weit über die Gemeindegrenzen hinweg Fans gefunden hat und schon lange kein Festle mehr ist.

Um 16 Uhr geht’s los
Das Seenachtsfest ist ein Begriff in der Region, da denkt keiner mehr nur an Konstanz, sondern eben auch an das idyllische Gomadingen. Die Gemeinde ist mit seinem Sternberg und seinen Wacholderheiden und dem Haupt- und Landgestüt Marbach ja sowieso schon reich beschenkt, nun beschenkten sich die Bürger der Ortes, allen voran die engagierten Alten Herren, die gar nicht so alt sind, des SV Gomadingen mit dieser Veranstaltung. Mittlerweile heißt der Verein SV Lautertal, ein Zusammenschluss des SV Gomadingen, FC Gomadingen-Dapfen sowie SV Dapfen, gleichwohl bleibt das Festle am See ein Festle und dazu laden die Ehrenamtlichen am Samstag, 15. Juli ein. Ab 16 Uhr geht es los auf dem gerade mal 20 auf 30 Meter großen leicht überschaubaren See ohne großen Wellengang, der aber als Anlaufpunkt für ein gemütliches Beisammensein mit fröhlichen Spielen bestens geeignet ist. Denn schon die Gründer wollten ja was mit dem See machen, also kauften sie Kanus. 
Damit kann man bestens ein Fischerstechen inszenieren, das verspricht viel Gaudi und Kurzweil. Da haben die Macher genau auf die richtige Karte gesetzt. Wie bei den Vorbildern im großen Ulm stehen sich in zwei Kanus jeweils zwei Männer oder Frauen oder Kinder gegenüber, der eine rudert, der andere hält die Lanze und versucht, den Kumpel im anderen Boot aus den Latschen pardon dem Kanu zu stoßen, kippen oder werfen. »Oft fällt der mit der Lanze auch ohne Berührung ins Wasser«, sagt Thomas Reiner und lacht. Der Vorsitzende freut sich wie die vielen Gäste die zum Seenachtsfest kommen über diese nasse Angelegenheit. Los geht die Fischerstecherei um 17 Uhr, aber wenn nicht so viel Leute da sind, dann auch ein bisschen später. Da sind wir flexibel, sagt der Schwabe.
Zum Schluss freuen sich dann alle bei der Siegerehrung nicht nur mit den Erstplatzierten sondern allen die den Spaß mitgemacht haben.
Und die Ehrenamtlichen freuen sich über die gute Idee der Alten Herren von vor zwölf Jahren und erwarten am Ende noch einen Höhepunkt, der nur am Ende, wenn es nämlich dunkel ist, stattfinden kann.
Ein Brillantfeuerwerk gehört zu jedem Seenachtsfest, so auch in Gomadingen. Gegen 22.30 Uhr, »je nachdem wir sind ja flexibel«, zündet ein Vereinsmitglied die Raketen und die Zuschauer recken ihre Hälse gen Himmel.
Dort entsteht über der Perle des Lautertals ein wunderbares Lichtspiel in allen erdenklichen Farben und Formen. Übrigens: Das Seenachtsfest findet bei jedem Wetter statt, sagt Reiner. Wenn’s halt mal nicht ganz so warm ist, dann rücken sie unter den Schirmen zusammen. Das soll ja auch ganz gemütlich sein.     –diet