GOMADINGEN. Eine Fülle an Informationen hatten die Organisatoren der Auftaktveranstaltung für Gomadingen als energieeffizienten Luftkurort parat. Vertreter der Klimaschutzagentur im Landkreis Reutlingen und der ENBW AG standen jüngst gut 70 interessierten Bürgern im Rathaussaal Rede und Antwort zu dem vom Gemeinderat beschlossenen Projekt.

Konzept im Frühjahr
Für die Konzepterstellung gibt es Zuschuss aus Berlin, im Frühjahr 2019 soll dieses dem Gemeinderat vorgelegt werden. Premiere hatte der in der Sternbergschule kurzfristig gedrehte Filmtrailer, in dem sich verschiedene Generationen zum Leben in der Albgemeinde früher und heute äußerten und der auf der Gemeindehomepage angesehen werden kann. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung stellte Abrahim Dold vor, in der die Zufriedenheit am Wohnort bestätigt wurde mit dem Wunsch nach einem lebendigen Ortskern mit saniertem Ortsbild und wie sich später noch zeigte, einem »Fleckatreff«. Großes Interesse besteht laut Dold an Unterstützungsangeboten und Energieberatung mit Gebäude- und Heizungscheck und für 49 Euro sehr kostengünstigen Thermografie von gut zwei Drittel der Befragten. Was den Energieverbrauch im Haushalt betrifft, haben diese sich sehr verschätzt. Entgegen ihrer Vermutungen schluckt die Heizung mit 77 Prozent am meisten, erst dann kommen Wasser, elektrische Haushaltsgeräte und Beleuchtung. »Energiepolitisch liegt die Gemeinde weit vorne, sie kann aber noch besser werden«, versichert Bürgermeister Klemens Betz. Beispielsweise was Nahwärme betreffe wie aus der gemeindeeigenen Hackschnitzelanlage von Sternberghalle und -schule. »Mit dieser riesengroßen Heizanlage ist alles möglich bezüglich Beheizung«, ist er sich sicher.

Mehr Wärme erzeugt Womöglich könne man von dieser aus den ganzen Ortsteil versorgen. Und der Wärmeverlust der Rohre liege trotz Überwinden von Entfernungen bei Null. Zudem werde im Sternberghallenbad mit seinem Blockheizkraftwerk mehr Wärme erzeugt als gebraucht. »Kein Schornsteinfeger, kein Öleinkauf, keine Wartung an der eigenen Heizungsanlage - wo kann man so was machen?«, regte Betz an. »Träumen, spinnen, querdenken?«
Im Fokus der Befragung lagen auch gutes Wohnen im Alter und Mobilität.
Die Gomadinger legen dabei ebenso Wert auf ein gut funktionierendes ÖPNV-Netz wie auf Straßen und gut ausgebaute Wege auch für Fahrräder, einen Mobilitätsverein und Mitfahrbänkchen. Betz sieht die mobile Zukunft bezogen auf seine Gemeinde auf der Schiene, was sich an dem Ausbau der Regionalbahn zeige. Verbesserungen wünschen sich nicht nur Rathauschef und Gemeinderäte auch für ihre Vorstellung als »attraktiver Wohnort für alle Generationen«.

Vereinsleben geschätzt
Besonders geschätzt wird laut Umfrage unter anderem das Vereinsleben und die gute Nachbarschaft, das Hallenbad und die Einkaufsmöglichkeiten. Wobei Betz noch ergänzt, dass sich zwei junge Ärzte mit ihren Landarztpraxen hier niedergelassen haben, für Senioren eine Tagespflege bestehe sowie die Nähe zur Albklinik Münsingen gegeben sei. Und in der Mühlenscheune bald ein Café eingerichtet werde. Wer Unterstützung im Bereich Gutes Wohnen im Alter sucht, findet diese bei den ehrenamtlichen Wohnberatern der Stadt Münsingen und dem Pflegestützpunkt des Landkreises Reutlingen.
Impulsvorträge wie zu barrierefreiem Umbau und selbstbestimmtes Wohnen lieferten dazu Karl Zahradnik und Petra Kurz. Bei der Diskussionsrunde an den Themeninseln stellte sich Andreas Hermann von der ENBW dem großen Gesprächsbedarf bezüglich vernetzter Energie der Zukunft. Besonders wichtig scheint hier die Quartiersenergie zu beschäftigen sowie Finanzierungsmodelle, Vernetzung der Erzeugungseinheiten, Gebäudemodernisierung und Energieeffizienz.     –bim