Das Leben folgt einem einfachen Prinzip: Es ändert sich ständig und fortwährend alles. Aus Blüten werden Kirschen, aus Küssen Kinder, aus Gras wird Heu, nach dem Frühling kommt der Sommer. Und hier wartet mittendrin das Seenachtsfest in Gomadingen. Der SV Lautertal veranstaltet dieses Jahr zum elften Mal dieses kleine feine Feschdle an einem überschaubaren Seele und es durchbricht auf eine ganz einfache, ganz eigene Art den Lebenswandel. Denn hier bleibt im Grunde genommen alles beim Alten. »Das wollen wir auch so«, sagt Thomas Reiner vom Orgateam des Vereins, der ein Zusammenschluss des SV Gomadingen, FC Gomadingen-Dapfen sowie des SV Dapfen ist. In einer Welt, wo keiner mehr recht weiß, was hinten und vorne ist, da bleiben sich die Lautertaler aus Gomadingen treu. Und lassen ihr Festle am Seele so, wie sie es angefangen haben. Gemütlich beieinander sitzen, eine Gaudi haben, schwätzen, lachen, staunen, manch einer nimmt ein unfreiwilliges Bad, man hat einen Spaß und später was zu erzählen – seinen Freunden und seinen Enkeln. Am Samstag, 14. Juli ist es wieder soweit. Dann bittet der Verein und seine fleißigen Helfer die Menschen an den See. Um 16 Uhr geht es los, eine Stunde später etwa Stechen die Fischer auf ihren Kanus in den 20 mal 30 Meter großen See und schubsen sich so lange, bis der ein oder andere ins Wasser fällt. Manch einer auch ohne Schubs. Und die Zuschauer lachen Tränen. Das ist ja der Sinn der Sache und danach gibt es eine Siegerehrung und alles läuft ab, wie es immer abläuft. Das finden die Gomadinger schee, und sie haben Erfolg damit. »Wir stellen fest, dass jedes Jahr mehr Besucher kommen und für viele ist es ein fixer Termin im Jahr. Es entwickelt sich langsam und stetig, das ist gut so«, sagt Thomas Reiner. Die Menschen sehnen sich eben nach Beständigkeit in dieser verrückten Welt, nach einem Ereignis, an das sie sich gern erinnern und das wieder so kommt, wie es war, damit sie wieder einen Spaß haben können und Tränen lachen. Und zum Schluss gibt es dann auch wieder was zum Staunen. Am Himmel explodieren die Farben und Sterne breiten sich aus: Zum Seenachtstfest gehört seit Anbeginn ein Feuerwerk und das entzünden die Spezialisten um etwa 22.30 Uhr, wenn es dann dunkelt über dem Lautertal. Dann leuchten die Lichter in den Augen und die alljährliche Erkenntnis meldet sich zurück: Dieses Fest schlägt keine großen Wellen, aber es ist oifach so schee.     –diet