HOHENSTEIN/BERNLOCH. Es ist geschafft: Das PORT Gesundheitszentrum Schwäbische Alb Hohenstein, so der korrekte Name, geht an den Start. PORT steht für Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung. Unter dem Motto »Der Patient im Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung – ein mutiges Gestalten der Zukunft« eröffnen Landrat Thomas Reumann, Minister Manne Lucha MdL und Prof. Dr. Joachim Rogall am Freitag, 27. September das Internationale Symposium. Die Bevölkerung ist am Samstag, 28. September eingeladen. In der Zeit von 10 bis 17 Uhr wird das neue Gebäude zum Tag der offenen Tür vorgestellt. Die offizielle Einweihung beginnt mit einer Gesprächsrunde mit Landrat Thomas Reumann, Bürgermeister Jochen Zeller, Johannes Schwörer und Dr. Bernadette Klapper von der Robert Bosch Stiftung. Danach gibt«s den göttlichen Segen. Ab 11.30 Uhr stellen sich die Praxen vor, es gibt ein buntes Programm und jede Menge Informationen.  Der Landkreis Reutlingen und Jochen Zeller, Bürgermeister der Gemeinde Hohenstein sind innovative Wege gegangen und setzen in Zeiten von Ärzte- und Pflegekräftemangel im ländlichen Raum einen Meilenstein. 

Die Planung geht ins Jahr 2015 zurück. Damals schrieb die Robert Bosch Stiftung ein anspruchsvolles Gesundheitsprojekt unter dem Titel PORT aus. Die Region zeigte Interesse, PORT-Teams bildeten sich und erarbeiteten ein Konzept. Mit Erfolg. 2017 erhielt Hohenstein neben vier weiteren Initiativen in Deutschland den Zuschlag. Durch die Förderung der Robert Bosch Stiftung sowie der Hans Schwörer Stiftung ging es im Februar 2019 los. Bauträger ist die SchwörerHaus KG, die auf dem gemeindeeigenen, 5 865 Quadratmeter großen Grundstück ein erweiterbares Gebäude erstellte. Kostenpunkt: circa 3,5 Millionen Euro. «Es war ein Abenteuer«, sagt Architektin Franca Wacker. »Bei dem straffen Zeitplan haben die verschiedenen Gewerke eng miteinander arbeiten müssen. Bis zur Eröffnung ist noch vieles zu tun«.  Wankas Angaben zufolge war die Idee dahinter eine Art Dorfgemeinschaft mit zentralem Platz zu schaffen, an dem alle Beteiligten gleichwertig ringsum gruppiert werden. Die aus südlichen Gefilden bekannte »Piazza» diente als Vorlage. 
 
Nicht nur ein Ort für fest angesiedelte Arztpraxen
Das Foyer bietet Platz als Treffpunkt der Gemeinde für Schulungen, Vorträge und andere Veranstaltungen. Die daneben liegende Therapieküche kann dabei dem Catering dienen. Die Modul- Bauweise ermöglicht ein weiteres Wachsen. Eine Aufstockung mit weiteren Praxen ist vorbereitet, ein Aufzugsschacht und Versorgungsleitungen sowie das Treppenhaus wurden entsprechend bereits im Vorfeld eingeplant. 

Eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin gibt es auch
Die klimatisierten Behandlungsräume nutzen künftig eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, eine Allgemeinarztpraxis der Kreiskliniken Reutlingen, deren Schwerpunkt auf der Diabetologie liegt, eine Physiotherapiepraxis, den Pflegestützpunkt, die Universität Tübingen, die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz und der Arbeitskreis «Gesunde Gemeinde Hohenstein».  Zentraler Bestandteil des PORT Konzepts ist die Etablierung einer Patientenlotsin. Elisabeth Reyhing ist für die Belange der Patientinnen und Patienten zuständig und steht ihnen bei allen Anliegen und Fragen zur Seite. Interessant dürfte hierbei das Online-Büro werden. «Hier wird Patienten beispielweise der Umgang mit E-Akten und Krankmeldungen erklärt», sagt Barbara Steiner. Die Koordinatorin, die den Bau von Beginn an begleitet hat, weiß um die zunehmende Bedeutung des Internets im Gesundheitsbereich. «Da gibt es jede Menge Neues zu lernen».   Gabi Piehler