TÜBINGEN. »In den letzten 100 Jahren hat die Strahlenintensität um 40 Prozent zugenommen. Das Thema Sonnenschutz ist wichtiger denn je, für Kinder und für Erwachsene«, erklärt Jürgen Ott von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau SVLFG. Im Rahmen eines Inforundganges und anschließenden Vortrags will die Gesundheitskonferenz des Landkreises Tübingen darauf aufmerksam machen, wie wichtig ausreichender Schutz vor der Sonne ist. »Die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren extrem angestiegen. Uns war es ein Anliegen, das Thema aufzugreifen und Präventionsarbeit zu leisten- hier vor allem in Kindertagesstätten, in Schulen und bei den Eltern«, erläutert Silvia Grote von der Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz.

Nicht nur Fortbildungen für Ärzte und Erziehende finden im Rahmen des Programmes statt, sondern auch Aktionen in Kindergärten und Schulen. »Die KiTa-Politik hat sich stark gewandelt. Kinder sind nun länger in Betreuung, weshalb oft ErzieherInnen die Verantwortung für den Sonnenschutz der Kinder tragen. Auch hier wollen wir sensibilisieren und ausreichend informieren«, so Grote. Dass in diesem Bereich viel Aufklärungsbedarf besteht, erklärt auch Professor Dr. Thomas Eigentler von der Universitäts-Hautklinik Tübingen: »Die Eigenschutzzeit der Haut beträgt ungefähr 20 Minuten. Danach muss dringend mit Kleidung und Sonnencreme nachgeholfen werden, denn es braucht keinen Sonnenbrand, um Mutationen in der Haut zu bekommen. Natürlich ist vor allem Kinderhaut sehr empfindlich.« Bis 2030 soll die Anzahl der Hautkrebserkrankten um das Dreifache steigen - eine erschreckende Prognose.

Trotzdem fehlen Kampagnen, die auf die Gefahren aufmerksam machen. Professor Eigentler gibt einfache Tipps, um die Haut vor der Sonne so zu schützen, sodass sie keinen Schaden nimmt: »Die Leute sollten längere Kleidung tragen, und auch grundsätzlich mehr Sonnencreme benutzen. Doch unser Schönheitsideal ist, gebräunt und erholt aus dem Urlaub zurückzukommen. So vernachlässigen viele, sich richtig zu schützen.« Neben den Tübinger Apotheken ist auch der Krebsverband Baden-Württemberg e.V. vertreten, der mit einer Initiative für Kinderbetreuungseinrichtungen unter www.krebsverband-bw.de auf den Umgang mit Sonne aufmerksam machen will.                             –ras