METZINGEN. Tanz gehört nicht nur in Großstädte, dorthin wo die großen Spielhäuser sind.  Auch die kleinen Städte sollen sich künstlerisch – in diesem Falle tänzerisch – ausleben können. Ab Juni ist es soweit, Metzingen wird zur Tanzstadt. Darüber freut sich ganz besonders der erste Vorsitzende des Veranstaltungsringes Metzingen, Konrad Kramer. Nach einer erfolgreichen Bewerbung bei der Kulturstiftung des Bundes, die gemeinsam mit dem Dachverband Tanz Deutschland die Initiative »Tanzland« ins Leben gerufen hat, hat der Veranstaltungsring im Ballett Theater Pforzheim einen innovativen und künstlerisch spannenden Tanzland-Partner gefunden und zählt damit nun zu den insgesamt 19 Kooperationen dieser Art bundesweit. 

Mithilfe von Fonds haben die beiden Kulturschaffenden ein vielseitiges, vielfältiges und zumindest für die beiden Partner verbindliches Programm zusammengestellt. Das Ballett Theater Pforzheim wird regelmäßig mit einigen Gastspielkooperationen in die Stadt am Fuße des Weinbergs kommen.Geplant sind jedoch auch verschiedene Workshops, die das Interesse an klassischen Tanzstilen wie etwa dem Ballet, aber auch dem zeitgenössischen Tanz wecken sollen. Eigentliches Ziel der Initiative jedoch ist es, Teil der Stadt zu werden, wie Guido Markowitz im Pressegespräch verlauten lässt. »Wir wollen Tanz erlebbar machen und den Zuschauern zeigen, was Tanzen bewirkt und das über den zeitlichen Rahmen der Projektes hinaus«, so der Ballettdirektor des Ballett Theaters.

Los geht’s Ende Juni
Der Startschuss für das aufwendig geplante, zweijährige Programm fällt am Sonntag,  30. Juni, um 18 Uhr in der Stadthalle. Geplant ist dort ein sogenanntes »Come Together«.  Das Ballett präsentiert an diesem Abend zunächst einige Ausschnitte aus seinem Programm, wie etwa aus dem Stück »Verwandlungen – Der Feuervogel/ Metamorphosen«, das von Guido Markowitz choreografiert wurde. Im Anschluss an die Vorführungen besteht die Möglichkeit, bei einem »Meet & Greet« ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Ortsansässige Vereine wie etwa der TuS oder der TVN, Institutionen wie die Musik- oder die Volkshochschule, die Stadt selbst und die Grund- und weiterführenden Schulen sind an dieser Stelle dazu aufgefordert, ihr etwaiges Interesse an den Workshops mitzuteilen. »Wir haben schon einen starken Partner, uns fehlen nur noch die Player«, schmunzelt der Choreograf im Hinblick auf das noch etwas spärliche Interesse an den Workshops. »Ich bin jedoch sehr zuversichtlich und habe auch schon selbst einige Ideen«, lässt er verlauten.

Gearbeitet hat das aus Pforzheim stammende Ensemble beispielsweise schon mit einem Wasserball-Team. »Mit Tanz lässt sich der Körper ganz anders Erfahren, man bewegt sich viel bewusster«, beschreibt Guido Markowitz. Das ließe sich in Metzingen hervorragend auf die Bundesliga-Mannschaft der TusSies übertragen. Und natürlich ist auch die Outlet-City ein Thema. »Wir sind ein Theater das selten in eigentlichen Theaterhäusern spielt«, erzählt Alexandra Karabelas, Referentin des Balletts. »Räume machen den Tanz erst so spannend.« Eine Inszenierung in der Outlet City würde sicherlich einige Menschen ansprechen.  Noch sind Teile des zweijährigen Programms nicht festgelegt, die Metzinger werden also auch so einiges an spontanen Tanzeinlagen zu sehen bekommen.

Im Programm fest integriert sind bis jetzt die beiden Aufführung von »Verwandlungen – Der Feuervogel/Metamorphosen« am 6. Oktober in der Stadthalle und die Inszenierung eines Ausschnittes von »Die vier Jahreszeiten« am 5. Juni 2020, ebenfalls in der Stadthalle. Als feste Workshop-Tage stehen der 5. Oktober und der 4. Juni fest. Bei Interesse können aber auch ganze Workshop-Wochen oder -Wochenenden veranstaltet werden. In Zusammenarbeit mit der Bruderhaus Diakonie ist zudem ein Workshop für Menschen mit Behinderung in Planung.