TÜBINGEN. Dieser Artikel schlug Wellen. Die Freunde des Uhlandbades fanden sich von unserem Tüpisch »Die Drei-Bäder-Stadt« vom 28. März vollkommen angesprochen, sammelten Wochenblätter ein und verteilten diese wiederum bei ihrer Demo während der Gemeinderatssitzung.

»Der Schreiber hat das sehr gut dargestellt«, sagte Christoph Melchers von der Initiative zur Rettung des Hallenbad-Kleinods am Zinser-Dreieck. »Wir sind nicht gegen ein weiteres Bad, aber wir wollen dieses hier an diesem Standort erhalten. Es íst für Tübingen an dieser Stelle ein wichtiger Baustein«, findet Christoph Melchers. Deshalb hilft die Initiative auch mit Ideen weiter und sucht tatkräftig einen privaten Unternehmer, der das Uhlandbad als Gesundheitsbad betreiben würde. »Wenn das der Fall wäre«, so berichtet Christoph Melchers, würde sich die Stadt, so habe sie das angedeutet, sogar mit einem Zuschuss beteiligen. Zur Unterstützung ihres Vorhabens hatten die Initiatoren sogar ganz berühmten Beistand. Der Sänger Konstantin Wecker besuchtebesuchte nach seinem Konzert im Carré das Uhland-Bad und ist begeistert von diesem historischen Bad und seiner zentralen Lage.

Er sprach sich für dessen Erhalt aus, weil er bei seiner Konzerttournee solche Einrichtungen gerne aus gesundheitlichen Gründen nützt. Zum geplanten Konzertsaal darin sagte der Poet: Ein Konzert- und Veranstaltungssaal mit 650 Plätzen passe wohl kaum an diesen Platz. Tübingen brauche aber ohnehin die doppelte Kapazität, langfristig rechne sich das. Für die kulturell interessante und lebendige Stadt Tübingen kann dies ein kulturelles Zentrum für Konzerte, Tagungen und Kongresse werden und von hier können viele künstlerische und politische Initiativen ausgehen. Gleichwohl ist einer nicht einverstanden mit der Darstellung in unserer Ausgabe vom 28. März und das ist Boris Palmer. Der OB reagierte auf den Artikel, den ihm die Freunde des Uhlandbades zugeschickt haben, wie folgt:

Antwort von Boris Palmer:
Ist es richtig, was er zu den Bädern in Ludwigsburg schreibt? Wenn die Freunde des Uhlandbades jemand finden, der das Bad weiter betreiben will und kann, dann können wir es gerne für einen Euro im Jahr verpachten. Andernfalls ist ein Schließungsbeschluss zwingende Voraussetzung für einen Planungsbeschluss für ein neues Hallenbad. Wir haben vom Gutachter den Vergleich für ganz Deutschland und der sagt glasklar, mit einem neuen Südbad haben wir eine sehr gute Ausstattung mit Wasserflächen, mit einem 50m-Becken sogar eine herausragende gute. Das Uhlandbad spielt dafür keine Rolle. Nicht einmal der Vergleich mit Ludwigsburg ist auch nur entfernt richtig.

Von den sechs Bädern ist eines in Kornwestheim, das wäre so, als würden wir Rottenburg mitzählen, eines ist ein Heilbad - Heilquellen mit den entsprechenden Erträgen haben wir halt nicht - eines ist ein Nostalgiebädle aus einer frühere selbstständigen Gemeinde. Das wird nur eine Frage der Zeit sein, bis man das schließen muss, und eines ist das Freibad. So gezählt haben wir auch drei Bäder und Ludwigsburg vier. Ich bin mir sehr sicher, dass die Mehrheit in der Stadt und im Gemeinderat das neue Südbad will. Dann wird das Uhlandbad keinen städtischen Zuschuss mehr erhalten. Wenn du unter dieser Prämisse gute Ideen hast, können wir darüber gerne reden.                                                                                                                                                                                                                         –tw