REUTLINGEN. Rund 2 000 Mal im Jahr rückt sie aus – die Feuerwehr Reutlingen hat hierbei unter anderem auch mit Großbränden oder Einätzen, bei denen es um Leben oder Tod geht, zu tun. Um fit für solche Herausforderungen zu sein, werden regelmäßig Übungen unter Realbedingungen durchgeführt. Eine Großübung, wie die am vergangenen Samstag auf dem RT-Unlimited-Gelände am Heilbrunnen, findet alle zwei Jahre statt. Das SzenarioIn einer unübersichtlichen Lagerhalle kam es aufgrund von Abbrucharbeiten mit einem Schneidbrenner zu einem ausgedehnten Brand, der sich schnell ausbreitete.
Zudem wurden in dem weitläufigen Gebäude sechs Personen vermisst. An die Rettungskräfte ging allerdings eine unklare Brandmeldung raus, sodass ihnen die tatsächliche Lage zunächst nicht bekannt war.

Ebenfalls kam es zeitnah auf dem Gelände zu einem Lkw-Unfall, bei dem eine Person unter einem Fahrzeug eingeklemmt worden war. Insgesamt waren rund 220 Einsatzkräfte vor Ort. Etwa 35 Großfahrzeuge kamen im Rahmen der Übung zum Einsatz. Nach etwa eineinhalb Stunden war die komplette Simulation beendet. Das Fazit fiel sehr positiv aus.Positive Bilanz»Ich bin sehr zufrieden. Es ist sehr gut verlaufen, es ist routiniert verlaufen«, so Einsatzleiter Michael Reitter. »Es gab kleinere Probleme mit der Technik, wie sie im Realen auch vorkommen, aber ich glaube wir haben angepasst darauf reagiert und haben diese Fehlerquellen schnell ausmünzen können«, so der Feuerwehrmann weiter. Die Spitze des Feuerwehrkrans, welcher als »Löscharm« eingesetzt wurde, verhakte sich kurzzeitig. Das Problem konnte aber umgehend behoben werden.

Auch im Vorfeld befürchtete Kommunikationsprobleme, wegen unterschiedlicher Funkausrüstung blieben aus. Besonderes Lob ging an die Einsatzkräfte für ihre rasche Reaktionen und ihr hohes Engagement. »Die Lage wurde sehr schnell unter Kontrolle gebracht. Wir haben die Übungslage sehr schnell erfasst. Die Maßnahmen haben sehr schnell gegriffen«, so die Einschätzung von Michael Reitter. Auch Feuerwehrkommandant Harald Herrmann zog ein positives Fazit. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten am Ort des Geschehens. Innerhalb der geplanten Zeit war der Brand gelöscht, die vermissten Personen gefunden und die unter dem Lkw eingeklemmte Person wurde aus ihrer misslichen Lage befreit und versorgt.
An der Übung beteiligt waren neben der Berufsfeuerwehr noch 13 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr, eine Führungsunterstützungseinheit, eine Dokumentationseinheit und der Malteser Hilfsdienst. Im Vorfeld wurden die Anwohner in Kenntnis gesetzt, was dazu führte, dass zahlreiche Interessierte den Einsatz von den Absperrungen aus mit ansahen. Gerade für die vielen kleinen Zuschauer war es sichtlich ein Erlebnis ihre »Helden in Uniform« in Aktion zu sehen.                                                                                                                                                                                                                                            -boe