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Das Jahr 1918 - ein besonderes Jahr, denn in diesem gründete Emil Gminder, Textilfabrikant aus Reutlingen, inmitten den Wirren des Ersten Weltkrieges den sogenannten »Volkskaffeeverein«. Schon damals stand im Fokus, Menschen zu fördern und erwirtschaftetes Geld in Bildung zu investieren.

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Eben dieses Ziel möchte der Verein für Volksbildung auch hundert Jahre später noch verfolgen, wie die anwesenden Redner und Rednerinnen bei der Feier der Jubiläen am Freitag bekundeten.
Eugen Schäufele, Vorsitzender des Vereins und erster Redner des Abends, fügte dem einen großen Dank hinzu, der vor allem denjenigen galt, die die Volkshochschule so tatkräftig unterstützen. Oberbürgermeisterin Barbara Bosch setzte in ihrem Grußwort einen einprägsamen Satz, der den Nagel auf den Kopf trifft: »Auf den Rohstoff da oben drin setzen«. Die OB sprach, wie auch Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin von Baden- Württemberg, von einer der größten und innovativsten Bildungseinrichtungen Deutschlands: die Volkshochschule Reutlingen rangiert mit mehr als 100 000 Unterrichtseinheiten, vor allem im Bereich der beruflichen Bildung, auf Rang neun der bundesweiten Bildungseinrichtungen und ist damit eine herausragende Einrichtung.

Durch die gute Zusammenarbeit in Gremien, mit der Stadt und auch mit dem Land wird dies gewährleistet und darüber ist es heute überhaupt erst möglich, dass beispielsweise rund 2 000 Schüler jährlich Deutsch erlernen können und so das Problem der Integration gelöst werden kann. Die eigene Kultur und Religion soll niemals ein Problem darstellen, wie Barbara Bosch betont. Menschen sollen Hilfe und Unterstützung finden und die Volkshochschule soll so nicht nur ein Ort der Bildung sein, sondern auch ein Ort der gesellschaftlichen Integration.

So sind letztendlich wir, die Kurse besuchen oder als Dozenten unterrichten, diejenigen, die die Volkshochschule zu dem machen, was sie ist. Dr. Susanne Eisenmann fügt dem die Tatsache hinzu, dass diese Möglichkeit der Weiterbildung keine Selbstverständlichkeit ist und man sich bewusst machen soll, dass sich uns damit große Chancen auftun. So wie die Volkshochschule heute für uns glänzt, sollten wir ihr etwas zurückgeben, wie Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden Württemberg, in seiner abschließenden Rede passend formuliert. Das tun wir, wie es in der anschließenden Talkrunde deutlich wird. In den Beiträgen von Siebert Allgäuer, langjähriger Dozent, Dr. Ulrich Bausch, Vhs-Geschäftsführer, Dr. Lisa Federle, Notärztin in Tübingen, oder von Nadine Wedde, die sich an der Volkshochschule weiterbildete um ihrem Traumberuf nachzukommen, wird klar: sie alle haben sich in ihrem Alltag schwergetan, haben durch die Motivation etwas besseres daraus zu machen, ihr persönliches Ziel erreicht und können sich selbst und ihre Mitmenschen nun besser verstehen.

Mit musikalischer Umrahmung durch gelungene Beiträge der Musikschule, sowie einen Kurzfilm, erarbeitet von Absolventen der Ludwigsburger Filmhochschule, und eine unterhaltsame Moderation von Bernadette Schoog, wird jener Abend im angenehmen Ambiente, zu einer Feier, die der Volkshochschule tatsächlich viel zurückgibt, vor allem Stolz und Respekt.