BETZINGEN. Er riss seinen Arm nach oben und zeigte mit seiner Degenspitze gen Himmel. Eine schwere Last fiel von Colin Grundler bei der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend Degenfechter in Reutlingen. Mit einem deutlichen 10:4 zog der Athlet der TSG Reutlingen ins Finale ein. Der ganz große Coup allerdings blieb ihm – noch – verwehrt. Sein Ziel, seine Vorjahresleistung als Drittplatzierter zu verbessern, ist ihm aber geglückt.
Der 11. tisoware.Pokal, die Deutschen Meisterschaften der B-Jugendlichen im Herrendegen, war das Highlight der diesjährigen Saison für die besten Nachwuchsfechter deutschlandweit. Das Turnier in der Storlachhalle wurde getrennt in den Altersklassen 2004 und 2003 gefochten. Von den insgesamt 132 Startern traten im älteren Jahrgang für die TSG Reutlingen Colin Grundler, Nils Röhm, Julius Kazmaier und Maxime Mez an, gefolgt von Kevin Brudi im Jahrgang 2004. Alle Reutlinger zeigten in der Vorrunde eine super Leistung und auch die Zwischenrunde verlief für die meisten sehr gut. Mit Grundler, Röhm, Kazmaier und Brudi schafften es gleich vier TSGler in die Direktausscheidung, womit sie ihre gute Leistung in der diesjährigen Saison unterstrichen. Brudi, für den es die erste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft überhaupt war, musste sich im 32er K.o. geschlagen geben. Unglücklich verlief es auch bei den Älteren. Grundler dagegen behielt auch in engen Situationen die Nerven. Im Viertelfinale lieferte er sich gegen Tristan Mutsulevits ein Kopf an Kopf Rennen. Mit einem engen 10:9 zog das Ausnahmetalent in das Halbfinale ein. Sein dortiger Gegner Valentino Marx konnte dagegen nicht mithalten. Der Reutlinger zeigte sein ganzes Können und ließ
seinem Kontrahenten keine Chance. Mit einem deutlichen 10:4 machte der Reutlinger den Finaleinzug vor Heimpublikum perfekt. Erst im Kampf um den Turniersieg hatte Grundler gegen Keanu Nagel das Nachsehen. Er ging früh in Rückstand und konnte, trotz kämpferischer Leistung, das Gefecht nicht mehr drehen. Mit einem Doppeltreffer entschied Nagel den Kampf mit 10:7-Treffer für sich und holte sich den Turniersieg. Nichtsdestotrotz konnte Grundler seinen Vorjahreserfolg als Bronzemedaillengewinner steigern und kürte sich zum Abschluss der Saison verdient mit dem Deutschen Vize-Meistertitel. Auch seine Vereinskollegen konnten sich eine gute Platzierung erkämpfen. Röhm kam bei den Älteren auf Rang 12, gefolgt vom Kazmaier auf Platz 17 und Mez auf Platz 42. Bei den Jüngeren konnte sich Brudi auf Rang 25 kämpfen.
Im Mannschaftswettbewerb traten 28 Mannschaften an. Württemberg 1 war mit Colin Grundler und Nils Röhm sowie den Heidenheimern Max Eberhardt und Jonas Boorz besetzt. Kevin Brudi focht bei Württemberg 2 mit und die Reutlinger Julius Kazmaier, Maxime Mez und Maximilian Kunath stellten die Mannschaft für Württemberg 3. Württemberg 1 belegte den 5. Platz, gefolgt von Württemberg 2 auf Rang 11 und Württemberg 3 auf dem 15. Platz.     –diet/rw
 
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