TÜBINGEN. Vom 23. bis 26. Mai wählen die Menschen in der Europäischen Union zum 9. Mal ihre Vertreter im Europäischen Parlament. Seit der ersten Wahl in 1979 kämpft Europa mit einer sinkenden Wahlbeteiligung, obwohl die Zahl der Mitgliedsstaaten auf 28 angewachsen ist, die Rolle des Parlaments deutlich gestärkt wurde und die Herausforderungen, die Europa zu meistern hat, an Umfang und Komplexität erheblich zugenommen haben. Das Regierungspräsidium Tübingen, das Europa Zentrum Stuttgart und das Ministerium der Justiz und für Europa nahmen diese Entwicklung zum Anlass, um über die Bedeutung der Europawahl für die Menschen in Baden-Württemberg und in ganz Europa zu diskutieren. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Demokratische Rechte nutzen

Regierungspräsident Tappeser unterstrich die Notwendigkeit, sich aktiv in die politische Diskussion einzubringen und die eigenen demokratischen Rechte zu nutzen. »Damit die europäische Idee Rückenwind erhält, brauchen wir ein starkes Europäisches Parlament. Die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedsstaaten sind ebenso vielfältig wie ihre Haltung zu verschiedenen Fragen und Problemstellungen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Stimmrecht nutzen und an der künftigen Weichenstellung Europas aktiv mitwirken,« so der Regierungspräsident bei seiner Begrüßung. Das Ensemble des »Dein Theaters« Stuttgart führte die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterhaltsame Weise in das Thema ein. Im Theaterstück ergreift die tyrische Königstochter Europa das Wort und kommentiert mit Humor und Weitsicht die aktuellen politischen Debatten auf der europäischen Ebene. Die musikalische Vielfalt des Kontinents präsentierte Kalliope, die Schönstimmige und Muse der Wissenschaft, Philosophie und des Saitenspiels, als Beispiel für die kulturelle Vielfalt des europäischen Kontinents.

Lebhafte Diskussion

Nach dieser künstlerischen Einstimmung diskutierten Dr. Martin Große Hüttmann, Universität Tübingen, Dr. Pamela Sichel, Ministerium der Justiz und für Europa und Kristin Megerle, Kreisvorsitzende JEF Tübingen e.V. mit den Gästen über die Bedeutung der Europawahl 2019, über Herausforderungen und Zielvorstellungen. Moderiert von Nikos Andreadis vom Kontrapunkt Tübingen entstand eine lebhafte Diskussion zwischen Gästen und Podiumsteilnehmern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass wir nur gemeinsam mit Europa die großen aktuellen Herausforderungen meistern können von der Migration über die gemeinsame Position in wichtigen außenpolitischen Fragen bis hin zu Bekämpfung des Klimawandels und des Erhalts einer intakten Umwelt. 

Hohe Wahlbeteiligung wichtig

»Auch nach dem Brexit bleibt ein Europa mit 27 Mitgliedsstaaten der Garant für Frieden und Wohlstand auf dem europäischen Kontinent. Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Rolle des Europäischen Parlaments bei der Wahrnehmung dieser wichtigen Zukunftsaufgaben,« so das Fazit des Regierungspräsidenten.                                                                                                                                                                                               –tw