METZINGEN. Die Volksbank Ermstal-Alb kann mit dem Geschäftsjahr 2018 ganz zufrieden sein. Obwohl infolge einer Betriebsprüfung durch die Finanzämter Reutlingen und Bad Urach eine Steuernachzahlung in Höhe von 3 Millionen für die Jahre 2012 bis 2017 Euro fällig wurde, gelang es dem Institut seinen Jahresüberschuss relativ stabil zu halten. Durch die Nachforderung zahlte die Genossenschaftsbank 7,6 Millionen Euro Steuern - 66 Prozent mehr als 2017. Auch die Gemeinden im Geschäftsgebiet dürfen sich freuen, 3,6 Millionen Euro kamen ihnen in Form von Gewerbesteuern zugute. Die Volksbank Ermstal-Alb ist die größte Genossenschaftsbank im Landkreis und mit 28 Geschäftsstellen in Metzingen, Bad Urach, Trochtelfingen, Dettingen/Erms, Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten,Hohenstein, Lichtenstein, Reutlingen-Mittelstadt, Riederich, St. Johann, Sonnenbühl und Hülben aktiv.

Übernahme in Hülben

Im vergangenen Jahr hat die Bank die kleine Reiffeisenbank Vordere Alb in Hülben mit 20 Mitarbeitern übernommen. Infolge der Übernahme wurde die kleinere Filiale der Volksbank Ermstal-Alb in Hülben aufgegeben, die Mitarbeiter zogen in die deutlich größeren Geschäftsräume der Reiffeisenbank um. Da einige bei beiden Kreditinstituten waren, sank die Gesamtkundenzahl der fusionierten Bank von 75 266 auf 72 220. Die anhaltende Niedrigzinsphase und der damit einhergehende Rückgang des Zinsüberschusses konnten durch Einsparungen beim Personalaufwand und einen steigenden Privisionsüberschuss teilweise kompensiert werden. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde über natürliche Fluktuation von 322 im Vorjahr auf 296 verringert. Der Provisionsüberschuss für die Vermittlung von Immobilien oder Bausparverträgen stieg von 11,3 auf 11,55 Millionen Euro.

Die Bank brachte Neukredite in Höhe von 80 Millionen Euro in Umlauf, trotzdem blieb das Gesamtkreditvolumen aufgrund von Rückzahlungen relativ konstant. »Obwohl dank der guten Konjunktur viele Unternehmen ihre Investitionen aus der eigenen Tasche stemmen können, gibt es durchaus Nachfrage nach Krediten«, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Schnitzler. Insbesondere in der Immobilienfinanzierung. »Bei der Vergabe behalten wir die Risiken und Konditionen stets im Blick«, sagt Vorstandsmitglied Michael Stadelmaier. Mehr Kundenkredite bedeuten auch immer höhere Anforderungen an das Eigenkapital der Bank. Etwa 60 Prozent der Kredite gehen an Privatpersonen und 40 Prozent an Gewerbetreibende. Auch wenn das Geld auf dem Konto praktisch keine Zinsen bringt, scheuen die Deutschen den Aktienmarkt. Die Zahl der Aktiendepots sei sogar Rückläufig. Die umfassenden Dokumentations- und Aufklärungspflichten der Mifid-2-Richtlinie schrecke viele Kunden eher ab.                                                                                                 –uli