REUTLINGEN.  Lange Zeit war es ruhig um den Fußgängersteg über die Konrad-Adenauer-Straße vor der Stadthalle. Doch jetzt kommt Bewegung ins Spiel, das Preisgericht hat sich für einen Entwurf entschieden. Baubürgermeisterin Ulrike Hotz stellte das Ergebnis des Planungswettbewerbs zum Steg auf den Oskar-Kalbfell-Platz vor. Nach Ansicht von den externen Experten sowie Gemeinderäten unter Vorsitz von Professor Dr. Stephan Engelsmann ist der Entwurf von Bollinger/Grohmann aus Frankfurt der eindeutige Sieger. Die Frankfurter Architekten und Ingenieure  entwarfen  eine schlichte Brücke im klassischen Sinn ohne Schnickschnack und Brückenpfeiler mit sicherer Führung der Fußgänger. Sie lässt die Sicht auf die Stadthalle frei, was eine der Vorgaben war. Als »hohe Ingenieurskunst« bezeichnete Ulrike Hotz den Vorschlag, der vor allem aus Stufen besteht. Ein schmaler Streifen an der Seite ist für Radfahrer gedacht, die ihr Gefährt schieben müssen.

Ein Aufzug, der am Rand vorgesehen ist, soll  Menschen mit Behinderung, mit Rollator oder Kinderwagen über die Konrad-Adenauer-Straße bringen. Dem Entwurf bescheinigte Hotz »Barrierefreiheit in aller Konsequenz« mit einer Steigung der Rampen unter fünf Prozent und ohne Zwischenpodeste. Der zweite Preis nimmt mehr Platz in Anspruch, ihn  können  alle Gruppen gleichermaßen und ohne technische Hilfsmittel nutzen. Das Bauwerk der Bietergemeinschaft Dr. Schütz Ingenieure/Netzwerkarchitekten/Foundation 5/Achterberg Herz Rohler aus Kempten schlägt eine flache, langezogene Brücke vor, die am Ende mit einem Wendel auf dem Kalbfell-Platz abschließt. Der Blick auf die Stadthalle ist dabei eingeschränkt, ebenso wie beim dritten Preis. Die Brücke vom Stuttgarter Freiraum Concept braucht am meisten Platz und endet in einer Ellipse. Bis 31. Januar sind die Entwürfe im Rathaus ausgestellt. Die drei Siegerentwürfe (aus acht Einsendungen) bilden die Grundlage für weitere Diskussionen. Zeitplan: Der alte Steg wird in den Herbstferien 2020 abgerissen. Wenn alles glatt läuft beginnt der Neubau im zweiten Halbjahr 2021. Bauzeit: etwa 12 bis 16 Monate. Die Kosten für alle drei Lösungen liegen bei 3 bis 3,5 Millionen Euro. -diet