ENGSTINGEN/TROCHTELFINGEN. Wer in der Region an Fasnet denkt, hat sofort zwei Orte im Sinn: Engstingen und Trochtelfingen. Die fünfte Jahreszeit gehört hier genauso dazu wie Weihnachten und Ostern. In beiden Orten finden seit Jahrzehnten beeindruckende Fasnetumzüge statt, die für die Narren der Region zum Pflichtprogramm gehören, für die närrischen Bürger zum absoluten Muss. Am Samstag, 2. März locken die Großengstinger auf die Straße, zwei Tage später der Narrenverein Schrei Au zum traditionellen Rosenmontagsumzug ins Städtle. Und diese Fasnet hat eine wahrlich lange Tradition. Erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1565. Ab dem heutigen Donnerstag herrscht hier wie in vielen anderen Gemeinden der Region wieder Ausnahmezustand, die Bürgermeister sind ihres Amtes enthoben und die Narren haben die Macht.

Seit 100 Jahren feiern die Großengstinger ihre Fasnet. 2019 allerdings haben die Maskenträger außer den obligatorischen Jux und Dollerei-Terminen in der ganzen Region auch noch ganz besondere Festivitäten in ihrem Kalender stehen. Denn die Großengstinger Fasnet gibt es im Ort seit 100 Jahren, zudem findet in diesem Jahr der 30. Fasnetumzug statt und die unvergleichliche »Lomba-Kabell« wird 30 Jahre alt. Also wahrlich gewichtige Gründe, die Fasnet in diesem Jahr etwas ausgiebiger als sonst zu feiern. Wie aus den Annalen zu entnehmen ist, riefen 1929 ein paar ganz Närrische mit großem Sinn für das Brauchtum die typisch schwäbische Fasnet als »Aidöpfel« ins Leben, stellten kurzerhand einen honorigen Elferrat auf die Beine und vergaßen auch das weibliche Pendant in Form einer Prinzengarde nicht.

Zur Narrenzunft »Hurra de Ausre«, die 1986 Wiederaufstehung feierte, gehören die drei Maskengruppen »Hurgele«, »Gosgarda Käther« und »Schloßgassa-Raiber«, mehrere Tanzgarden verschiedenen Alters, die Guggenmusik »Albra-Gugga« neben der »Lombakabell«. Am Freitag 1. März steigt von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr eine Fasnetparty für Kids in der Turn- und Festhalle, abends ab 19.31 Uhr gibt’s dort den Lumpenball mit vielen Guggenmusiken, Showtänzen und mehr. Der Samstag beginnt früh um 6 Uhr mit der Katzenmusik und dem Wecken der Bevölkerung durch die Lumpenkapelle. Um 9.30 Uhr folgt ein Narrenwortgottesdienst in der St. Martins Kirche Großengstingen, bevor sich um 13.31 Uhr der 30. Großengstinger Umzug mit 3 600 Hästrägern aus über 70 Vereinen durch den Ort zieht und mit einer Riesenparty im großen Zelt am Automuseum endet. Am Fasnetsdienstag gibt es um 10.30 Uhr die Narrenspeisung in der Narrenstube und können Senioren ab 15 Uhr noch einmal im Florianstüble der Feuerwehr Fasnet feiern. Um 18.02 Uhr beginnt am Feuerwehrhaus ein Fackellauf zum Schlosshof, wo der Narrenbaum gefällt und die Hexe verbrannt wird.

Trochtelfingen 

Am Freitag und Samstag steigt der Bürgerabend in der Werdenberghalle, der Rosenmontag beginnt in Trochtelfingen mit der Kinderspeisung und der Narrenbaumversteigerung (ab 10 Uhr). Der Rosenmontagsumzug startet um 13.31 Uhr. Finale ist am Dienstag mit der Hexenverbrennung. Sie steigt ab 19.01 Uhr mit einem großen Fackelumzug.                                                                                                                                                                –diet/lpt