ENGSTINGEN. Er hatte nach einer herben Niederlage wieder eine Aufgabe gefunden. Nun bekam Helmut Knorr ein Rentnerbänkle zum Abschied. Wie die Zeit vergeht. »Es war ein Glücksfall, dass der Gewerbepark und ich zusammengekommen sind«, sagt Lichtensteiner, der 2011 auf die Haid gekommen war und hier den Gewerbepark als Geschäftsführer übernommen hat.. Nach einer »beruflich und menschlich herben Enttäuschung« fand der ehemalige Bürgermeister von Lichtenstein als Geschäftsführer des interkommunalen Gewerbeparks eine neue Herausforderung. Jetzt wurde er in der Verbandsversammlung offiziell in den Ruhestand verabschiedet, den er allerdings schon Ende des vergangenen Jahres angetreten hat, nachdem er die Geschäfte an seinen Nachfolger Wolfgang Triebs übergeben hatte. »Ich war sehr dankbar, dass der Gewerbepark mit in dieser schwierigen Phase sein Vertrauen geschenkt hat. Das war für mich ein Ansporn, alles zu tun, meine Aufgaben gut zu erledigen«, blickte Knorr auf die Zeit zurück, in der er nach 24 Jahren als Bürgermeister nicht wiedergewählt worden war.

Kampfmittelbeseitigung
Unter besagten Aufgaben waren einige, die sich vom Routine-geschäft in einem »normalen« Industriegebiet erheblich unterscheiden. Auf dem ehemaligen Militärgelände hatte sich Knorr nicht nur mit der Vermarktung ehemaliger Kasernengebäude, sondern auch mit Kampfmittelbelastungen und damit einhergehenden Auseinandersetzungen mit der Vorbesitzerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zu beschäftigen. in den letzten Monaten seiner Berufstätigkeit war Knorr noch mal richtig gefordert. Zum Breitbandausbau und der Erweiterung des Gewerbeparks im Norden kam ein unvorhergesehenes Problem: Die Havarie eines Gärsubstratbehälters der Biogasanlage Biga Haid zog und zieht weiter Fragen zur Sanierung beschädigter Gebäude und zur Haftung nach sich. »Sie waren ein Ansprechpartner für die großen und kleinen Sorgen der Unternehmer, die es schätzen, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben«, würdigte der Zweckverbandsvorsitzende und Engstinger Bürgermeister Mario Storz Knorrs Arbeit. Vor allem auch in baurechtlichen Fragen war er ein wichtiger Gesprächspartner für die Gewerbetreibenden: »Wir haben enorm von ihrer Berufserfahrung als Verwaltungsfachmann profitiert«, so Storz. Jetzt könne er sich, freute sich Knorr, beruhigt zurückziehen: Mit Wolfgang Triebs habe man einen sehr guten Nachfolger gefunden. Zeit mit den Enkeln verbringen: Das ist Knorr im Ruhestand wichtig. Für den Fall der Fälle, dass er doch mal eine Ruhepause braucht, hatte der Zweckverband das richtige Geschenk. Für ein »Rentnerbänkle«, fand Storz, sei Knorr nicht der Typ. Eher schon für eine Relaxliege aus Holz - »Made auf der Haid«, versteht sich.     –rw