Jetzt kommt wieder zusammen, was zusammengehört. »Das Erfolgsmodell Einheitsforstamt findet eine Fortsetzung«, so formulierte es Thomas Reumann. Der gut gelaunte Landrat übergab beim Opening (»So nennt man das ja heute, früher hat man schlicht Eröffnung gesagt, also sagen wir das jetzt halt auch«, so Reumann) das Kreisforstamt offiziell seiner Bestimmung. Zentral angesiedelt finden hier die beiden bisherigen Forstverwaltungsstandorte Münsingen und Reutlingen eine neue Heimat im ehemaligen Notariat auf der Haid. Das Forstamt Mittlere Alb in Münsingen bleibt erhalten, dagegen geht in Reutlingen eine »lange Forsttradition nach 112 Jahren zu Ende«,  so der Landrat. »Das schmerzt.« Nach der Forstreform habe das Einheitsforstamt aufgegeben werden müssen, aber es sei geglückt, Kommunal- und Privatwald in einer Hand zu halten. Grund zur Freude gab es für Reumann auch  über die gute Resonanz beim Opening: Zahlreiche Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter aus den Städten und Gemeinden des Landkreises kamen auf der Haid zusammen, um das Gebäude kennenzulernen. Was der Landrat als »starkes Zeichen« goutierte. Der Kreistag habe die Entscheidung, das Kreisforstamt nach Engstingen ins ehemalige Notariat zu verlegen, bewusst herbeigeführt, »es ist vor allem auch ein starkes Zeichen für den ländlichen Raum«. Genauso hätten die Städte und Gemeinden das Angebot des Landkreises angenommen, die Beförsterung und den Holzverkauf zu übernehmen. »Das ist ein Ausdruck des Vertrauens.« 
Das neue Kreisforstamt leitet Matthias Kiess, als Sachgebietsleiter steht ihm Stefan Brunner zur Seite für den Geschäftsteil »Querschnitt Kreisforstamt« für alle überörtlichen Forstbelange. Gemeinsam mit dem Landrat brachte Kiess das neue Schild beim Eröffnungstermin an. Die Gemeindevertreter lernten anschließend das Gebäude und dessen Mitarbeiter kennen. 
Der Standort und das Gebäude passen zur Aufgabe des Amtes: Vor allem ist hier auch die Holzverkaufsstelle des Landkreises angesiedelt, sodass nun beides an einem zentralen Ort zusammenfindet. Was vor allem die Kommunikation untereinander vereinfacht, wie auch Matthias Kiess betonte. Schließlich sind damit auch Arbeitsplätze verbunden. Die Aufgabe ist groß: Die 22 Forstreviere betreuen rund  22 500 Hektar Kommunalwald, 8 000 Privatwald, 10 000 Hektar gehören dem Land und 2 000 dem Bund. Dazu gesellen sich Kernzonen des Biosphärengebietes. 

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Für das Kreisfortamt beginnt hier oben auf der Alb eine neue Zeitrechnung. Seit Dezember ist das Kreisforstamt hier mit Mann und Maus schon  vor Ort. Das Gebäude wurde im vergangenen halben Jahr fit für die Zukunft gemacht. Der Holzverkauf bezog seine Räume Anfang Januar. Alexander Schick leitet die  Kommunalen Holzverkaufsstelle und war bis dato Forstrevierleiter in Sonnenbühl. Ihn vertritt Christian Koch. Auf Wunsch der Waldbesitzer wird hier zentral das gesamte Holz aus Körperschaft und Privatwald verkauft. Pro Jahr fällt eine Menge von rund 130 000 Festmeter Holz an, die vermarktet werden muss. Momentan haben  Schick und sein Team Hochsaison: es gäbe eine starke Nachfrage, erzählte er den Bürgermeistern in seinem Büro. Er habe gerade an diesem Morgen hoch wertiges Holz aus dem Landkreis nach Japan verkauft.            -diet