DETTINGEN. Die Dettinger Gemeinderäte haben bei den jüngsten Haushaltsberatungen beschlossen, den Gürtel enger zu schnallen. Grund sind die rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen. Während 2017 die Gewerbesteuer noch sprudelte und bei mehr als zwölf Millionen Euro lag, wurden nach einem bereits 2018 spürbaren Rückgang für dieses Jahr nur rund acht Millionen Euro kalkuliert. 
Die guten Zahlen aus 2017 sorgen 2019 zusätzlich für eine hohe Umlagebelastung. Weiter machen sich die Abschreibungen bemerkbar, die nach dem Neuen Kommunalen Haushaltsrecht erwirtschaftet werden müssen, während Bauprojekte wie der Neu- und Umbau der Schillerschule mit rund 6,5 Millionen Euro oder der Neubau des Regenüberlaufbeckens Gweidach mit etwa 1,8 Millionen Euro zu stemmen sind. Nichtsdestotrotz verabschiedete der Gemeinderat am Ende der Haushaltreden den Etat für 2019.

Klaus Hirrle, Mitglied größten Fraktion im Gemeinderat, der Freien Wähler, brachte es auf den Punkt: »Spätestens bei der Haushaltsklausur im November 2018 und bei der Haushaltsberatung in der GR-Sitzung im Dezember 2018 wurde uns das deutlich vor Augen geführt. Die Gemeinde Dettingen muss Kredite aufnehmen, in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro und 2020 voraussichtlich 5,5 Millionen Euro. Aufgrund des Schulneu- und Umbaus und des prognostizierten Gewerbesteuerrück-gangs ist dies unausweichlich.« Dadurch werde die Pro-Kopf-Verschuldung auf Ende des Jahres von derzeit etwa 140 Euro auf rund 380 Euro steigen. Laut Hirrle muss das Hauptaugenmerk daher in den kommenden Jahren auf Konsolidierung liegen, um weiterhin den Pflichtaufgaben nachkomme zu können. Verstärkt müsse man deshalb zwischen Wünschenswertem und Notwendigem unterscheiden. Notwendig seien für die FWV der Neu- und Umbau Schillerschule mit rund 6,5 Millionen Euro, das Regenüberlaufbecken (RÜB) Gweidach mit circa 1,8 Millionen Euro, die Sanierung Mühlgässle mit 0,4 Millionen Euro und die Regionalstadtbahn mit 0,2 Millionen Euro. 

Auch für Wolfgang Budweg, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist es unstrittig, dass die Gemeinde den Gürtel enger schnallen muss, wenn die notwendigen Investitionen gestemmt werden sollen. Damit Dettingen investieren kann, müsse die Gemeinde diesmal wieder Kredite aufnehmen und wird sich dabei mehr als bisher verschulden. Die vergleichsweise niedrige Pro-Kopf-Verschuldung von bisher 140 Euro (ohne Verschuldung Eigenbetrieb Wasserversorgung) werde zum Jahresende um mehr als das doppelte auf 383 Euro je Einwohner steigen, bis Ende 2022 sogar auf 836 Euro. »Auch wenn Nachbar und Kreisgemeinden mehr Schulden haben, kann uns das nicht trösten. Für unsere Verhältnisse ist es jedenfalls beachtlich und wird sich erst wieder ändern, wenn die Zuschüsse für die Schillerschule eintreffen. Nur unter dieser Perspektive kann die Gemeinde dies zulassen«, betonte Budweg. Weitere Spielräume gebe es nicht. »Aber uns erscheinen die Investitionen unter zu Hilfenahme von Krediten sinnvoll und verantwortbar. Auch wenn wir wissen, dass dafür in den Folgejahren Zins und Tilgung anfällt. Spätestens jetzt - in diesem Haushalt - muss für jeden deutlich werden, wie wegweisend und zwingend die Entscheidung war, sich auf einen Schulstandort zu verständigen«, so Budweg. Wichtig ist ihm auch, dass die Gemeinde bei den Kindertagesstätten am Ball bleibe. 

»Die Unabhängige Liste ist stolz auf die großartige Entwicklung unseres Schulstandortes mit der Schillerschule und möchte betonen, dass wir absolut hinter dieser großen Investition für die Bildung unserer Kinder stehen«, sagte Elke Göhner. Für 2019 schlage sich dies mit 6,5 Millionen Euro als größter Posten nieder. Die Gesamtsumme dieses Großprojekts von 18,2 Millionen Euro muss allerdings gehalten werden. Die Kostenzuschüsse für die Kleinkind- und Kinderbetreuung sind im Haushalt 2019 mit 2,6 Millionen Euro an laufenden Kosten vorgemerkt. Außerdem sind Investitionen für das Kinderhaus Walter-Ellwanger mit 125 000 Euro und den Buchhalde-Kindergarten mit 130 000 Euro eingeplant.« Lassen Sie uns gemeinsam stolz auf diese Betreuungsvielfalt in Dettingen sein«, so Elke Göhner.

Die Redner von FWV, CDU und unabhängiger Liste betonten auch die Wichtigkeit, dass mit der verabschiedeten Machbarkeitsstudie der Grundstein für einen späteren Umbau oder Neubau an anderem des Feuerwehrmagazins gelegt wurde.