METZINGEN. Es gibt Baustellen, die treiben den Autofahrer zur Raserei, andere wiederum sieht er mit Freude, weil sich damit die Hoffnung auf Besserung verbindet: So ist es auch in Metzingen, wo in den nächsten Monaten gleich zwei Engpässe aufgelöst werden. Es sind die Zufahrten zur Bundesstraße 312 einmal in Richtung Stuttgart, zum anderen Richtung Reutlingen. In der ersten Bauphase wird der Einfädelungsstreifen in Fahrrichtung Stuttgart gebaut. Nach Einrichten der Baustellen haben mittlerweile die eigentlichen Straßenbauarbeiten begonnen, die voraussichtlich Anfang November 2018 abgeschlossen sein werden. Während der Bauarbeiten ist ein Auffahren von der L 378a auf die B 312 in Fahrtrichtung Stuttgart nicht möglich. Der Verkehr wird über die L 378a zur Stuttgarter Straße und dann über die Nordtangente von Metzingen zur B 312 umgeleitet. Das Zufahren auf die B 312 erfolgt an der Anschlussstelle »Metzingen-Nord«.

In der zweiten Bauphase wird der Einfädelungsstreifen in Fahrtrichtung Reutlingen hergestellt. Die Arbeiten der zweiten Bauphase beginnen Anfang November 2018 und werden voraussichtlich im Dezember 2018 abgeschlossen. Über die Verkehrsführung und den zeitlichen Ablauf wird rechtzeitig informiert, wie das Regierungspräsidium Tübingen mitteilt. Die geplanten Einfädelungsstreifen sollen das Einbiegen auf die
B 312 verbessern und der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 900 000 Euro und werden jeweils zur Hälfte vom Land Baden-Württemberg und vom Bund getragen. Die Geschichte der B 312 ist lang, die Straße eher kurz. Gegenüber der längsten Bundesstraße Deutschland, der B 2, die fast 845 Kilometer durch ganz Deutschland führt, ist die B 312 mit rund 150 Kilometern eher ein Bundessträßchen. Ab Filderstadt-Bonlanden verläuft sie ein kleines Stück gemeinsam mit der B 27 bis kurz vor der Ausfahrt Aichtal-Aich Nord. Bei Metzingen vereinigt sie sich mit den Bundesstraßen B 28 und B 313 und führt durch Reutlingen das Echaztal hinauf bis Engstingen. Dort zweigt die B 313 ab und die B 312 führt über die Schwäbische Alb nach Zwiefalten, Riedlingen an der Donau und von dort weiter über Biberach an der Riß und Ochsenhausen bis zur Anschlussstelle Berkheim der Bundesautobahn 7 bei Memmingen, wo sie in die B 300 übergeht. 

Im jetzigen Zustand existiert das Stück zwischen Stuttgart und dem Metzinger Bräuchleknoten fast unverändert seit Anfang der 60er Jahre. Während das Verkehrsaufkommen seither permanent gestiegen, war die Straße nicht mitgewachsen, was zu Staus bei den Zufahrten führte. Vor allem der Bräuchleknoten war wegen seiner Unübersichtlichkeit eine Unfallquelle. Regelmäßig ist zu beobachten, wie Autofahrer mit ihren Fahrzeugen sich in die fast nicht abreißende Autokolonne auf der B 312 reindrängen und Gefahrensituationen heraufbeschwören.
Ähnlich wie bei der Auffahrt auf die B 28 in Dettingen werden nun beidseitige Einfädelspuren gebaut werden. Auf beiden Seiten können dann auf 140 bis 150 Metern die Fahrzeuge in den fließenden Verkehr auf der B 312 einreihen. Wann die zweiten zwei Einfädelspuren an der Nordtangente im Längenfeld kommen, ist noch nicht terminiert. Bislang gibt es noch keinen Planfeststellungsbeschluss. Die Metzinger hoffen, dass mit den Einfädelspuren im Längenfeld die Brummifahrer, die jetzt noch durch die Nürtinger Straße und die Noyon-Allee ihren Weg nach Bad Urach oder Reutlingen durch die Innenstadt nehmen, künftig über die Nordtangente die Sieben-Kelternstadt umfahren. –ber