REUTLINGEN. Einen Beitrag zu einem fairen und gerechten Welthandel zu leisten, hatte sich der Eine Welt Verein vor 25 Jahren zum Ziel gesetzt. Dieses Jubiläum wird mit einem Fest, Fotoausstellung und weiteren Veranstaltungen gefeiert. Zum einen stehen bei der Jubiläumsfeier am 15. September in der Stadtbibliothek Interviews mit Gründungsmitgliedern an, ein Dialogvortrag zu Fragen des Fairen Handels und Musik mit »Zwischentöne«. Eine Fairtrade-Fotoausstellung in der Kreissparkasse am Marktplatz ab 28. September komplettiert das Festprogramm. »Auf Initiative des »Ökumenischen Arbeitskreises für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung« gründeten 1993 gut 100 persönliche und zehn institutionelle Mitglieder den Verein«, erläutert Jürgen Quack. »Wir wollten selbst etwas dazu beitragen, dass die Produzenten der Waren einen fairen Lohn bekommen, von dem sie leben können.«

Breiteres Sortiment

Der Pfarrer im Ruhestand und Beisitzer im Vorstand ist von Anfang an dabei und weiß um die Aufbauarbeit vor allem des Weltladens ein Jahr später. »Mit dem Verkauf von Kaffee, Schokolade und Honig in der Marienkirche haben wir angefangen«, erzählt er. Inzwischen hat sich der werktags geöffnete Weltladen nicht nur flächenmäßig vergrößert. Das Sortiment ist breit gefächert und reicht von Lebensmitteln über Textilien bis zu Kunsthandwerk. »Und ganz wichtig, wir arbeiten nicht profitorientiert«, wirft die Vereinsvorsitzende Bärbel Haug ein. Sie arbeiten kostendeckend und der Überschuss fließe in Projekte. Rund 70 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich um die Präsentation und den Verkauf der Produkte in dem vor einem Jahr in der Rathausstraße neu eröffneten Laden. »Das ist unser größter Schatz, die 70 Ehrenamtlichen. Ohne sie wäre das alles nicht machbar«, versichert Quack. Diese werden kontinuierlich fortgebildet und engagieren sich mit »Weltladen macht Schule«. Groß geschrieben ist auch die Zusammenarbeit mit dem Dachverband und ähnlichen Organisationen. »Wichtig ist für uns die Mitarbeit in der Steuerungsgruppe der »Fair Trade Stadt« Reutlingen«, betont Haug.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre sehen die beiden im Einsatz für die nachhaltigen Entwicklungsziele oder die Agenda 2030. Im Fokus stehe dabei mit Recht der Klimawandel, wobei der Einsatz für den Fairen Handel, für Menschenrechte, gegen Hunger und Krankheit darüber nicht vergessen werden dürfte. Nicht zu vergessen die Bildungs- und politische Arbeit. Der Gedanke des Fairen Handels soll erklärt und verbreitet werden und dessen Wert im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklungshilfe hervorgehoben werden. Aber auch auf die Bewältigung des Erfolgs und der Verbreiterung des Sortiments richten sie ihr Augenmerk. Es müsse deutlich gemacht werden, dass es nicht nur um die Hauptartikel fair-gehandelter Kaffee und Schokolade gehe, sondern dass auch viele andere dazuzählen wie Textilien und Kunsthandwerk. Alle müssen den Kriterien des Fairen Handels standhalten und sind mit dem Fair Trade Siegel ausgezeichnet oder stammen von geprüften Fair-Trade-Importeuren. Soziologische, ökologische und ökonomische Gesichtspunkte sind hier ausschlaggebend. Dazu gehören unter anderem Aspekte wie Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsvorsorge, umweltschonender Anbau mit Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und Schutz der Wasserressourcen sowie Vorfinanzierung und stabile Mindestpreise.                                                                                                                          –bim