REUTLINGEN. Auf dem ehemaligen Willy Betz-Areal in Reutlingen sollen bald die Produkte von morgen entwickelt werden. Auf zirka 12 Hektar wird ein neuer gigantischer Gewerbe -und Industriepark Einzug halten. Hierfür werden die meisten noch bestehenden Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen.
Im Rahmen des Konzeptes RT_Unlimited entsteht dort dann das Innovationszentrum »InnoPORT« - gespickt mit zahlreichen Fabrikationslaboren, kleinen Werkstätten und viel Platz, um Großes zu erschaffen. Zahlreiche Start-Ups sollen hier von der Erfahrung alteingesessener Firmen profitieren. Denn Zusammenarbeit wird hier nicht nur gewünscht, sondern soll Gesetz sein.

Bis vor kurzem wartete man noch auf den Förderbescheid des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums. Dieser wurde Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck am 16.Mai in Stuttgart von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreicht. »Wir haben das in der Hand, das jetzt entwickeln zu können«, so Alexander Kreher, Bürgermeister Finanz- und Wirtschaftsdezernat. Die zugesagten rund 252.000 Euro decken die Hälfte der Kosten ab, um die notwendige technische Infrastruktur zu schaffen. Unter anderem sollen von den insgesamt 500.000 Euro Lasercutter, Fräsmaschine, 3D-Drucker und Co. angeschafft werden damit die Fabrikationslabore dementsprechend ausgestattet werden können.

Make Reutlingen great again

Mit dem neuen Mammutprojekt möchte man »an die große Tradition Reutlingens anknüpfen«, so Peter Wilke, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Immobilien und Geschäftsführer der Gewerbeimmobilien Reutlingen GmbH & Co. KG. Für Oberbürgermeister Thomas Keck sind die 12 Hektar nach eigener Aussage ein wirklicher Glücksfall. Die Verantwortlichen haben die Hoffnung, dass aus der einst so florierenden Textilstadt wieder ein Schmelztiegel der Industrie  wird. Vorteil des Standortes: Das ehemalige Betz-Areal gilt als Industriegebiet. Da heißt, dass dort rund um die Uhr getüftelt und produziert werden kann. Eine Haltestelle für die Regionalbahn in unmittelbarer Nähe ist geplant, damit die kreativen Köpfe auf umweltverträgliche Art und Weise zu ihrem Denk-und Arbeitsplatz gelangen können. Der Name »InnoPORT« kam Markus Flammer nicht etwa unter Dusche oder erschien ihm im Traum, sondern entstand ganz klassisch bei einem Treffen mit Kollegen in der Teeküche des Büros. Gesucht wurde ein würdiger Titel, in dem die Abkürzung der Achalmstadt vorkam, nämlich RT.

»Da sind wir auf PORT gekommen«, erzählte der Leiter der Abteilung Wirtschaft im Amt für Wirtschaft und Immobilien der Stadt Reutlingen. »Und Innovationshafen fand ich dann ganz schön, und das abgekürzt »InnoPORT« fand ich eigentlich ganz nett«, so der Prokurist der GER weiter. Anfang des nächsten Jahres soll der »Industriehafen« eröffnet werden. Bis das ganze Areal besiedelt ist, könnte es allerdings etwas dauern.  

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt mit rund 252 000 Euro die Einrichtung des Innovationszentrums Reutlingen 4.0 »InnoPORT«. Das Innovationszentrum unterstützt ansässige Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre Innovationspotentiale zu aktivieren und trägt dazu bei, dass betriebliche Innovationen und Anpassungsbedarfe schneller umgesetzt werden. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).                                                                                                                                                    -boe