REUTLINGEN/ TÜBINGEN. Die Theateroffensive, eine in Baden-Württemberg einmalige Kooperation zwischen vier Theatern aus der Region, besteht seit 1997 und geht jetzt mit einem neuen, sehr abwechslungsreichen Programm in die 22. Spielzeit. Mit dem Theaterfest, das am Samstag, 13. Oktober in Reutlingen stattfindet, beginnt die neue Saison. Nicht nur das Programm feiert sein Debüt, sondern auch der neue Bau des Schauspielhauses. Dann stellen sich die beteiligten Ensembles – LTT, Die Tonnen, Zimmertheater und Theater Lindenhof, mit kurzen Stücken vor. Die Band Die Vagari sorgt für Unterhaltung.. Für das Theaterfest sind Karten nur für Abonnenten der Theateroffensive erhältlich.

Brechts »Dreigroschenoper«

In den folgenden zwölf Monaten winkt auch in diesem Jahr ein bunt gemischtes Programm, das mit zahlreichen aktuellen Themen aufwartet. Es ist »ein Spiegel der Zeit«, wie es der Intendant des Theaters Die Tonne, Enrico Urbanek, passend beschreibt. Auch wenn die Aufführungen im Rahmen der Theateroffensive für deren Abonnenten vorgesehen sind, werden alle Stücke auch in den jeweiligen Theatern selbst auf die Bühne gebracht. Für diese Abende können Karten von Interessierten reserviert werden. Mehr Informationen zu den einzelnen Stücken finden sich auf den jeweiligen Internetseiten. Eines der Highlights ist gleich zu Beginn Berthold Brechts »Dreigroschenoper«. Ein Orchester begleitet das Ensemble. »Darin finden sich viele Themen, die auch heute noch sehr aktuell sind und das Stück sehenswert machen«, so der Tonne-Intendant.

Im November folgt das Programm des Zimmertheaters, das die neuen Intendanten Peer und Dieter Rickberger noch nicht verraten möchten und den Überraschungseffekt nutzen. Zudem finden sich mit »Die Windmüller«, einer Inszenierung des Theaterhauses Lindenhof Melchingen, dem bekannten Stück von Rainer Werner Fassbinder »Die Ehe der Maria Braun« und der Erzählung »Global Player - wo mir sind isch vorne« auch geschichtliche Aspekte im Programm. Die drei Stücke erzählen von Schicksalen der Nachkriegszeit. Sie wollen der Generation danach ein besonderes Denkmal setzen und sie mit allen Problemen und Ereignissen darstellen. Im neuen Jahr sorgt dann das Gastspiel von Matthias Brandt, bekannt aus zahlreichen Folgen Polizeiruf 110, und Jens Thomas für prominenten Besuch. Als Duo treten beide am 12. Januar 2019 in der Stadthalle auf. Verbunden haben sie in ihrem Programm »Life - Raumpatrouille und Memory Boy« Matthias Brandts neues Buch und Jens Thomas’ Album. Auf der Bühne entsteht so eine Wort-Musik-Collage.

Tonne wieder Inklusiv

Mit »Liebe dann den Nächsten (UA)«, wartet das Theater Die Tonne im Frühjahr mit einer ganz einmaligen Inszenierung auf. Inklusive Schauspieler dürfen mit einem eigenen Stück auf der Bühne stehen. Dabei stand zu Beginn eine Frage im Raum: Was interessiert uns eigentlich? In diesem Jahr nähern sich die Beteiligten, wie der Titel verrät, dem Thema Liebe an »Auch körperlich und geistig Beeinträchtigte stehen, wie auch Außenstehende, vor der Frage: Wie hat ein behinderter Mensch heutzutage die Chance jemanden kennenzulernen?«, erläutert Enrico Urbanek, der bei diesem Stück Regie führte, das Konzept. Mit Musik und Choreografien sowie großer Spielfreude beschäftigt sich das Ensemble der besonderen Art mit diesem Thema. Die kommende Spielzeit schließt das Stück »The Who and the What« von Ayad Akhtar ab. Es erzählt eine politisch brisante Geschichte über die Rolle der Frau im Islam und wird die Zuschauer sicherlich vor einige gesellschaftskritische Fragen stellen.                                                          -nina