REUTLINGEN/REGION. »Auf der eigenen Markung nach Lösungen zu suchen, reicht nicht aus«, erklärt Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. Die Überschwemmungen 2016 hätten gezeigt, dass die interkommunale Zusammenarbeit in Bezug auf Hochwasserereignisse notwendig ist. 


Im November haben sich auf Reutlinger Initiative hin Verteter der Gemeinden Lichtenstein, Pfullingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt an einen Tisch gesetzt und die »Hochwasserpartnerschaft im Echaztal« war geboren.
Das Flut-, Informations- und -Warnsystem FLIWAS ist grundlegender Bestandteil der Zusammenarbeit: es unterstützt die Einzugsgebiete beim Hochwasserrisikomanagement insofern, als dass darin die Hochwassergefahrenkarte sowie die Starkregengefahrenkarte in einem zusammengefasst werden: wichtige Parameter, wie etwa die Topografie und die Oberflächenbeschaffenheit fließen ebenso mit ein, wie etwa auch gefährdete Gebäude, die nahe am Wasser stehen«, erläutert Arno Valin vom Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt.

Man benötigt unter Umständen bei sowieso schon heiß gelaufenen Leitungen nicht einmal mehr den telefonischen Austausch. »Im Warn- und Kommunikationsplan können die verschiedenen Einsatzkräfte der Kommunen sehen, wie es um die anderen Gemeinden steht und welche Maßnahmen dort bereits ergriffen werden«, weiß Harald Herrmann.


Grün, Gelb, Orange und Rot zeigen den entsprechenden Handlungsbedarf auf einer großen interaktiven Karte an. Weitere Pegel- und Niederschlagsmesser in St. Johann, Lichtenstein und Pfullingen wurden angebracht. Die Abstimmung der Gemeinden untereinander laufe daher im Ernstfall weit klarer und übersichtlicher ab, da sind sich alle einig.


Dass das Wasser einfach weitergeschickt wird, sei aus seiner Sicht nicht der Plan, betonte auch Peter Nußbaum. Nicht nur im Einzugsgebiet Lichtenstein sei man deshalb gewillt, Rückhalteräume für das Wasser zu schaffen, damit den Fluß abwärts liegende Gemeinden im Kampf gegen die Fluten noch stärker unterstützt werden, so der Bezirksbürgermeister.
Aber auch die Bereitschaft jedes einzelnen Mitbürgers solle geweckt werden. Gerade einer angemessenen Präventionsarbeit wegen sei das unausweichlich, betonte auch Bezirksbürgermeister Alexander Schweizer.


Für die kooperierenden Gemeinden gibt es deshalb ein Faltblatt, das für jeden Bürger beim Rathaus und den Ämtern erhältlich ist. Darin sind sowohl Infos zu den Warn-Apps »NINA«, »Mein Pegel« und »WarnWetter« enthalten, sowie über die Vorkehrungen, die jeder einzelne bereits im Voraus treffen kann - »denn für den Ernstfall bedeutet das auch eine große Erleichterung für das Vorgehen der Einsatzkräfte vor Ort«, so die Beteiligten übereinstimmend.


Nur gemeinsam kann man den Fluten Herr werden und die Echaztal-Partner schauen dank der neu gewonnenen Vernetzung zuversichtlich in die Zukunft – »die, wie schon jetzt abzusehen ist, ereignisreiches Wetter nicht auslassen wird«, so Bosch.