DETTINGEN. Eigentlich ist alles in Butter beim Dettinger Automobilzulieferer Elring-Klinger. Er hat im zweiten Quartal 2018 ein kräftiges Umsatzplus erzielt. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresquartal konnte der Umsatz um 23 Millionen Euro oder 5,6 Prozent auf 430,8 (407,8) Millionen Euro gesteigert werden. Darin enthalten ist eine Berichtigung des Umsatzes um 10,9 Millionen Euro oder 2,7 Prozentpunkte aufgrund des Hug-Verkaufs. Ebenso umsatzmindernd – um 13,6 Millionen Euro oder 3,3 Prozentpunkte – wirkten sich Wechselkurseffekte aus. Dennoch hat sich damit der Autozulieferer Elring-Klinger zur Jahresmitte hin deutlich gesteigert und den bremsenden Einfluss des Eurokurses auf den Umsatz abgeschüttelt.

So gut es mit dem Umsatz aussieht, der Gewinn kann damit nicht Schritt halten. Das Unternehmen bestätigte die im Juni gesenkte Gewinnmarge von sieben (zuvor: neun) Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von rund 8,5 Millionen Euro und damit nur noch knapp halb so viel wie im zweiten Quartal 2017. Als Grund dafür nannte Elring-Klinger vor allem stark gestiegene Rohstoffkosten und höhere Kosten für Personal, aber auch höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung. Ökonomische und politische Unsicherheiten tragen zu einem etwas skeptischeren Ausblick bei. »Wir wachsen in allen Kernsegmenten, was zeigt, dass unsere Produkte weltweit stark gefragt sind«, stellt der Vorstandsvorsitzende der Elring-Klinger AG, Stefan Wolf, fest. »Die hohe Nachfrage spiegelt sich auch in der Auftragslage wider: Wir haben neue Aufträge in Höhe von 459 Millionen Euro erhalten und erzielen damit ein Niveau, das um elf Prozent über dem Vorjahr liegt. Darüber hinaus bedeutet der Auftragsbestand von über einer Mrd. Euro ein neues Rekordniveau für Elring-Klinger.« Stefan Wolf betont, dass nach einem für die Automobilbranche starken Quartal die ökonomischen und politischen Unsicherheiten für die zweite Hälfte des Jahres zunehmen.

Wirtschaftliche Folgen aus dem WLTP-Zertifizierungsprozess für Neufahrzeuge könnten sich auch auf Elring-Klinger auswirken. Dabei handelt es sich um ein neues Testverfahren, um realitätsnähere Ergebnisse beim Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Gleichzeitig sei noch nicht abzusehen, wie sich die internationalen Handelszölle weiter entwickeln und inwieweit sich diese in Unternehmenszahlen generell niederschlagen werden. In diesem zunehmend unsicheren Umfeld geht Elring-Klinger für 2018 zunächst weiter von einem Wachstum der globalen Automobilproduktion von zwei bis drei Prozent aus und rechnet damit, dieses umsatzseitig um rund zwei bis vier Prozentpunkte zu übertreffen. Für den Autozulieferer arbeiten weltweit knapp 10 000 Menschen.                                                                                 –ew