Dieser Tag markiert einen Wendepunkt. Jetzt beginnt das Leben richtig. Junge Menschen treten in die zivile Welt ein. Sie lernen lesen, schreiben, rechnen, erkennen Zusammenhänge, bilden Urteile. Und weil das alles so aufregend ist,  birgt der Erste Schultag viele Geschichten – mitreißende, fröhliche, freundliche, liebenswürdige Anekdoten. Jeder erlebt etwas Besonderes. 
Wir haben uns aufgemacht und im Kollegen- und Bekanntenkreis nach Eindrücken und Erlebnissen dieses wichtigen Ereignisses im Leben eines jeden  gefragt. Was alle eint: die Augen leuchteten bei der Frage. Jedem öffnete sich die Tür in seine eigene persönliche Vergangenheit, auch wenn die allererste Reaktion zumeist  war: »Ach, da erinnere ich mich nicht mehr. Ist schon so lange her«. 
Doch der Zauber des ersten Schultages fesselt und niemand kommt davon los. Mit jeder Sekunde dreht sich das Erinnerungskarussel weiter und am Ende wirft die persönliche Vergangenheit einen Film auf die eigene, innere  Leinwand. Ein Lächeln folgt und dann sprudeln die Geschichten. 
Das hat uns Spaß gemacht und deshalb möchten wir Sie auffordern, liebe Leserinnen und Leser, liebe Geschäftspartner, uns Ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Sehr gerne veröffentlichen wir natürlich auch ein Bild.   Niemand kann sich diesem Zauber entziehen. Auf  Seite zwei gibt’s mehr Informationen zum Ablauf dazu, aber vor allem auch noch ein paar wundervolle Geschichten, etwa wie die von Dietrich Knoerzer. Also erfreuen Sie sich an den Anekdoten und tauchen Sie selbst ein bisschen ein,  in die eigene  Erinnerung.
In zwei Wochen ist es wieder so weit. Tausende von Kindern gehen diesen Weg, den Millionen und Abermillionen Menschen schon gegangen sind. In unterschiedlichsten Zeiten. Nicht immer waren sie so gut wie heute. Aber auch heute gibt es junge Menschen, denen es nicht vergönnt ist, eine gefüllte Schultüte stolz in die Kamera zu halten. 
Der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich noch ganz genau an diese Momente und seine Mutter hat ihm auch noch einiges erzählt. Etwa was er in der Schultüte hatte: »A Bleile, a Blöggle und ganz viel Stolz«, so  Mama Hedwig Reisner.  Endlich ging es los, endlich die Schulbank drücken, von der im Vorfeld so viel die Rede war. Und dann sowas: Das kleinste der Schulkinder des Jahrganges 1970 kam nicht einmal mit den Füßen auf den Boden. Aber sein Kopf hing in den Wolken. »Den Großen, denen zeige ich’s«, berichtete die Mutter ihm seinen wichtigsten Satz von diesem Morgen, der auch fordernd sein konnte. Wenden wir uns der Geschichte von Dietrich Knoerzer zu. Der Ohnastetter begann seine Schulzeit in Würtingen und erinnert sich an eine schöne Anekdote. Auf jedem Platz standen die Namenschilder der neuen Schüler. Wer schon lesen konnte, durfte sich hinsetzen, die Anderen blieben stehen. Dietrich Knoerzer gehörte zu den Schlauen, »ich konnte die Buchstaben D – i – e – t lesen«. Also lief er selbstbewusst zum Tisch. Es gab damals aber noch einen Dieter in der neuen Klasse, der ebenfalls die Buchstaben D – i – e – t lesen konnte. Auch er lief selbstbewusst zum Platz. Nur – jeder ging genau zum Falschen.  Dietrich saß bei Dieter, Dieter bei Dietrich. Das sorgte für Schmunzeln bei den Müttern, Vätern und den Lehrern. 
Geschmunzelt hat auch Ilona Ausserhofer. Aber erst heute, nachdem sie auf  ihren ersten Schultag angesprochen wurde. »Meine Mutter hatte mir sogar eine Schiefertafel eingepackt«, erinnert sie sich. »Sie wusste nicht genau, ob wir das noch brauchen«. Klein-Ilona aus Dettingen hat das damals nicht weiter gestört, nur die Sonne hat beim Fototermin ihren Blick etwas getrübt. 
Aufgeblüht: »Wenn ich an meine Einschulung in Hemmendorf denke, dann blüht da gleich ein kindheitszartes ’Es war einmal’ in mir auf«, schreibt Dietlinde Elsässer. Lang , lang ist´s her. »Bei mir war die Schule in einem Schloss. Im Johanniterschloss. Ich war keine Prinzessin, eher ein aufgewecktes Dorfkind«, berichtet die Kabarettistin.  Die Lehrerin schrieb ihr  ins Zeugnis: »Dietlinde sollte im Unterricht etwas ruhiger werden.« Als alles anfing mit dem in die Schule kommen, war da Freude und Neugier. »Es waren alle vier Grundschulklassen in einem Raum, und wir haben alle voneinander gelernt. Zeit zum Spielen hatten wir, gottlob, auch genügend.«
Und danach Freunde. Für Tina Tränkmann fügte sich das Schicksal durch ein ganz besonderes Accessoire. Damals schon modebewusst und schick trug sie einen Strohhut.  Da war sie nicht allein. Noch ein Mädchen aus ihrer Klasse hatte ebenfalls einen Strohhut auf – sie wurden beste Freundinnen. Seelenverwandte finden sich halt immer. Die Chemnitzerin, die jetzt in Metzingen lebt, erzählt uns von einer großen Feier. Zum Schulanfang trafen sich alle Verwandten und  Bekannten –  «es war ein großes Fest». In der Schultüte hatte Klein-Tina neben Süßem auch viel Schulzeug und obendrauf eine Puppe. Zudem bekam sie noch einen neonfarbenen Fotoapparat geschenkt, der Musik spielte. Immer die gleiche Leier. Einmal sogar in der Kirche. So bleibt dieser Tag unvergessen. 
Vergessen wollen wir in dieser Aufzählung aber nicht die Zeiten, in denen die Erstklässler kein Vergnügen hatten. In den dunklen Zeiten des Krieges etwa gab es keine Schultüten. Das  berichtet uns der großartige Tübinger  Fotograf Manfred Grohe, der 1944 eingeschult worden ist. Damals, so Grohe,  «hatten die Menschen andere Sorgen». 

 

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Geschichten und Bilder gesucht, mitmachen:

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