METZINGEN. Nach seiner Neujahrsrede vergangenen Sonntag zeichnete Oberbürgermeister Fiedler Heinz Scheffler mit der Bürgermedaille der Stadt aus. Rund 70 Jahre lang habe sich Scheffler aktiv ehrenamtlich in unterschiedlichster Art und Weise engagiert. Das seit besonders beeindruckend, wenn man wisse, dass sein Weg nach Metzingen ganz und gar nicht einfach war. 

Der gebürtige Ostpreuße kam nach Krieg und Gefangenschaft 1948 nach Urach. Von da an begann er sich eine neue Heimat hier im Ermstal aufzubauen. Von 1949 bis 1952 machte Scheffler eine Ausbildung zum Textiltechniker auf dem Technikum in Reutlingen. Bis 1963 arbeitete er als Webmeister in verschiedenen Webereien im Ermstal und wechselte dann in die Metallindustrie. Ab dem Jahr 1965 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1992 war er bei der Firma Robert Bosch, Geschäftsbereich Junkers, in Neckartenzlingen tätig. Die Liebe führte Heinz Scheffler schließlich nach Metzingen. Im Jahr 1954 heiratete er Ilse Ernst, eine Metzingerin. »Ein echter Glücksfall für unsere Stadt, denn in all den Jahren haben Sie sich auf vielfältige Weise engagiert. Eine ganz besondere Herzensangelegenheit sind Ihnen, lieber Herr Scheffler, vor allem Ihre Landsleute. Menschen, die genauso wie Sie zuerst Ihre Heimat verloren und später hier in Metzingen eine neue Heimat gefunden haben«, so der OB in seiner Laudatio.

Im Jahr 1992 trat Scheffler der Metzinger Ortsgruppe der Landsmannschaft bei. Zwischen 2000 und 2018 leitete er die Geschicke der Landsmannschaft, zunächst kommissarisch und ab 2002 als erster Vorsitzender. Mit seinem langjährigen Einsatz habe er maßgeblich zur Pflege der Verbundenheit der Vertriebenen in der Stadt mit der alten Heimat und zur Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen als einer Folge des Zweiten Weltkriegs beigetragen. Im vergangenen Jahr erhielt Scheffler von der Landsmannschaft Ostpreußen für seine Verdienste das Goldene Ehrenzeichen. Scheffler dankt der Stadt uns seiner Landsmannschaft, besonders aber seiner Frau, ohne die er heute hier nicht stehen würde. Seine Rede gipfelte in dem Satz: »Es gibt keine schlechten Völker, er gibt nur gute und schlechte Menschen.«                                                                                                                                    –ber