BLEICHSTETTEN. Für die Sanierung der denkmalgeschützten Alten Schule in Bleichstetten samt Anbau eines Bürgersaals liegt ein erster Entwurf vor. Architekt Thomas Ott, Bürgermeister Florian Bauer und Ortsvorsteher Siegfried Unruh diskutierten diesen mit interessierten Bürgern im mehr als vollbesetzten Jugendraum des Kindergartens, erläuterten die Überlegungen der Gemeinde und die Vorgaben des Amtes für Denkmalschutz. »Wir wollen das denkmalgeschützte Gebäude nicht nur erhalten, sondern eine zeitgemäße Nutzung schaffen«, versichert Bauer. »Die Fördermittel in Höhe von 480 000 Euro für den ersten Bauabschnitt sind bewilligt und wir wollen 2019 damit anfangen«. Der Gemeinderat hat dem Entwurfsplan zugestimmt. Im westlichen Teil soll anstelle eines ehemaligen Klassenzimmers die Kindergartengruppe untergebracht werden - mit separatem, bestehendem Treppenaufgang und großzügigem Außenspielbereich. Darüber in der ersten Etage liegen Büro- und Besprechungszimmer für Ortsvorsteher und Ortschaftsrat und statt der angrenzenden Wohnung könnte die Unterbringung der Bücherei eine Alternative sein. Das Dachgeschoss darüber ist groß und ausbaufähig, bemerkte Unruh und er könnte sich vorstellen, hier ein Schulmuseum einzurichten mit den noch gut erhaltenen Dokumenten, Archiv und Beständen der alten Schule. Kritikpunkt hier, dass keine Barrierefreiheit für alle drei Geschosse gegeben ist. Ein Aufzug dafür ist jetzt auch mit in die Planung aufgenommen. Ott, Bauer und Tragwerksplaner Achim Holl wiederholten einige Male die Voraussetzungen und Vorgaben nicht nur des Denkmalamtes, hier weder außen oder innen einen Aufzug noch eine am Haus angebrachte Fluchttreppe einplanen zu können.
Auf der Ostseite dagegen ist ein barrierefreier Zugang in einem neuen Eingangsbereich geschaffen. Sowohl für den im Erdgeschoss vorgesehenen Raum zur kulturellen Nutzung, als auch für den Anbau mit Gemeindesaal hinter dem Schulgebäude mit bis zu 180 Sitzplätzen. Der soll in einem zweiten Bauabschnitt ab 2020 entstehen, wobei die Kosten vorläufig auf 2,5 Millionen Euro geschätzt werden. Umkleideräume, Catering-Küche, barrierefreie Toiletten, Geräteräume sind um den Saal platziert, der laut Ott »eher Wohnzimmer statt Sporthalle« sein soll. Ein begrüntes Flachdach mit üblicher Neigung scheint für ihn hier die Lösung. Sei es, was die Wirtschaftlichkeit betrifft sowie die gestalterische Vorgabe des Amts für Denkmalschutz, Hauptaugenmerk auf das Schulhaus zu richten. Über die vielfältige Nutzung des Bürgersaals sind sich die Akteure noch nicht ganz im Klaren.
Um sich einen Überblicke zu verschaffen, müsse man noch Informationen einholen und sich Gedanken machen, regt Ott an. Welche Sportarten sollen hier ausgeübt werden? Wie sieht es mit der Beleuchtung oder Akustik aus? Fragen und Meinungen kamen dazu auch aus dem Publikum. Zwei junge Mädchen interessierten sich für Spiegel an den Wänden fürs Ballett. Oder was für ein Boden ist vorgesehen? Wie steht es mit ausreichend Parkplätzen? Wo ist der öffentliche Kinderspielplatz? Laut Ott kommt dieser in die bestehende Grünfläche hinterm Schulhaus, Parkplätze werden am Geländerand platziert. Einige Fragen sind noch offen und zu klären, manches muss überarbeitet werden. »Die Räume sollen autark sein, vieles läuft parallell«, fasst Ott zusammen. Über allem stehe der Denkmal- und Brandschutz, was ein Stück weit Kompromisse erfordere.     –bim