REUTLINGEN. Sie sind nur noch zu zweit, die Vorstände der Volksbank Reutlingen, nachdem Erik Grahneis zum 31. Dezember 2018 in den vorzeitigen Ruhestand eingetreten ist. Vorstandsvorsitzender Siegfried Arnold verantwortet nun die internen Bereiche, während Vorstandskollege Thomas Krätschmer für die Filialen sowie die Bereiche Markt und Vertriebssteuerung zuständig ist. »Das Jahr 2018 war für die Genossenschaftsbank ein anspruchsvolles Jahr, geprägt von der anhaltenden Niedrigzinsphase, zunehmender Regulatorik und fortschreitender Digitalisierung«, sagt Arnold bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen. Dennoch zeigen sich die Vorstände zufrieden, obwohl das Ergebnis der ordentlichen Geschäftstätigkeit von 10,5 auf 6,6 Millionen Euro zurückgegangen ist. Weitere Filialschließungen seien derzeit nicht geplant, aber auch kein Tabuthema.

»Unsere gesellschaftspolitische Verantwortung zwingt uns, kontinuierlich zu prüfen, wie rentabel kleinere Filialen oder weniger genutzte Geldautomaten noch sind«. Durch die immer populärere Nutzung des Online-Bankings sei die Zahl der Filialbesuche seit Jahren rückläufig. Daher wurden die Servicezeiten beispielsweise in Gomaringen reduziert. Und auch wenn sich das Bezahlen mit dem Smartphone noch nicht flächendeckend durchgesetzt habe, gingen die Verfügungen an den Geldautomaten an den 41 Standorten im Geschäftsgebiet zurück. In 20 Filialen werden die Kunden weiterhin von Mitarbeitern betreut. »Das Kreditgeschäft lief im vergangenen Jahr nicht ganz zufriedenstellend«, gibt Arnold zu. Auch wenn die gewerblichen Kunden weiterhin investitionsfreudig seien, reichten die Zahlen nicht an 2017 heran. Positiv entwickelte sich hingegen die Wohnbaufinanzierung. 40 Prozent des Kreditvolumens entfallen auf gewerbliche Kunden, 60 Prozent auf Privatkunden. »Wir finanzieren nicht um jeden Preis, sondern sind umsichtig und legen Wert auf eine passende Eigenkapitalquote«. 

Die 28 523 Mitglieder der Bank (Vorjahr: 29 307) dürfen sich in diesem Jahr erneut über eine Dividende von 3 Prozent freuen. »Wir beteiligen unsere Mitglieder am wirtschaftlichen Erfolg der Bank, können aber nur erfolgreich sein, wenn auch unsere Mitglieder hinter uns stehen und mit uns zusammenarbeiten«, erklärt Arnold. Daher hat sich die Bank im vergangenen Jahr von 216 Mitgliedern im Verbreitungsgebiet getrennt, die dies ablehnen. Der Fachkräftemangel macht es auch der Genossenschaftsbank schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Auch weil es einige Abbrecher gab, sank die Zahl der Auszubildenden von 24 im Jahr 2017 auf 17. Die Mitgliederversammlung findet am 27. Mai statt.                                                                         -uli