SCHÖNBUCH. Im Schönbuch lebt eines der wenigen Rotwildvorkommen im Land. Der Winter stellt für viele Wildtiere eine Notzeit dar. Vom Winterschlaf bis zum Vogelzug nach Süden hat sich die Tierwelt unterschiedliche Strategien ausgedacht, um diese Notzeit möglichst gut zu überstehen.

Im Energiesparmodus

Die heimischen Rotwildtiere sind regelrechte Energiesparkünstler. Sie kommen gut durch die Wintermonate, wenn sie möglichst ohne Störungen leben können. Wird das Wild nicht gestört, so bewegt es sich wenig, der Energiebedarf der Tiere sinkt deutlich ab. Die Tiere benötigen nur wenig Nahrung. Das Rotwild kann mit Erholungssuchenden im Naturpark in der Regel gut umgehen, sofern diese sich auf den Wegen aufhalten - ansonsten würden sie von den Tieren als Gefahr wahrgenommen werden. Das Wild flüchtet dann panisch, der Energiebedarf schnellt in die Höhe und das Rotwild benötigt viel Futter, um die Energieverluste auszugleichen. Da aktuell sehr viel Rotwild im Schönbuch lebt (rund 350 Tiere) befürchtet die Abteilung Forst des Landratsamts Tübingen neben der Störung der Tiere auch erhebliche Schäden am Wald, da das Rotwild in dieser Jahreszeit bei häufiger Beunruhigung anfängt die Rinde junger Bäume zu fressen. Die Ergebnisse der jüngsten Waldinventur belegen diese Befürchtungen.

Besucher müssen auf den Wegen bleiben

Das neue Jagd und Wildtiermanagementgesetz Baden Württemberg erlaubt in diesen Fällen das Betreten des Waldes einzuschränken, um unnötige Störungen des Rotwildes zu vermeiden Der Staatsforstbetrieb macht daher in diesem Jahr erstmals von dieser Möglichkeit Gebrauch. Vom 8. Februar 2019 bis zum 31.März 2019 müssen Waldbesucherinnen und Waldbesucher im Bereich des gesamten Rotwildgatters im Schönbuch auf den Wegen bleiben. Auch sind sie dazu verpflichtet ihre Hunde an der Leine zu führen. Die Abteilung Forst weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung sämtlicher ausgewiesener Rad- und Wanderwege, sowie die Nutzung befestigter Fahrwege natürlich weiterhin gestattet ist, sodass der Erholungsverkehr im Rotwildgebiet nicht nennenswert eingeschränkt wird. Die Maßnahme wurde mit der Naturparkverwaltung abgestimmt. Verstöße können mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden. Der Landkreis Tübingen unternimmt viel, um das Rotwild im Naturpark Schönbuch zu erhalten. Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden gebeten, mit dem entsprechenden Verhalten ebenfalls dazu beizutragen.                                               –tw