ROTTENBURG. Die Stadt Rottenburg hat, was den Gründergeist der Stadtoberen betrifft, ganz klar die Nase vorn. Erst kürzlich wurde erstmals ein Wirtschaftsförderer eingestellt. Andreas Lanio sowie die Verwaltungsspitze mit Bürgermeister Hendrik Bednarz, Oberbürgermeister Stephan Neher und Erstem Bürgermeister Thomas Weigel schafften es, den begehrten Titel gründungsfreundliche Kommune beim Wettbewerb Start-up BW in die Bischofsstadt zu holen. Rottenburg musste sich beim Wettbewerb um die gründerfreundlichste Kommune mit anderen Großen Kreisstädten aus Baden-Württemberg messen, etwa mit Reutlingen oder Konstanz. Die Stadt am Neckar rangiert jetzt unter den ersten drei Plätzen, und dafür bekamen Bednarz und Lanio ein Schild, welches nun an prominenter Stelle im historischen Rathausbau oder im neuen Rathausanbau angebracht wird. In den kommenden Monaten wird sich daher sehr viel tun in puncto Gründerzentrum oder Ansiedlung von Existenzgründern. In der Innenstadt soll ein Büro für Gründer eingerichtet werden – wo genau, das ist freilich noch unklar, betont Bednarz.

Gründerkongress

Am Donnerstag, 9. Mai wird es erstmals einen Gründerkongress in Rottenburg geben. Ab 14 Uhr werden Diskussionsforen angeboten, zudem berichten alte Hasen von ihren Erfahrungen. Im Anschluss an die Talkrunde werden Workshops angeboten. Hier sollen Visionen für Rottenburg entwickelt werden, zudem geht es um Erfahrungsaustausch und konkrete Ideen im Bereich gründungsfreundliche Kommune. Bednarz ist es wichtig, auch jene gründungsfreundlichen Betriebe ins Boot zu holen, die derzeit im Bereich Inklusion etwa von behinderten Menschen oder Langzeitarbeitslosen arbeiten. Dies sind etwa die GIBA, die Menschen aus der Arbeitslosigkeit holt und sie fit macht für den Ersten Arbeitsmarkt.
Bednarz und Lanio können sich aber auch eine Kooperation mit den Behindertenwerkstätten in Rottenburg vorstellen. In der Vergangenheit sei im Bereich gründungsfreundliche Kommune und Existenzgründung bereits viel passiert in Rottenburg, bilanziert Hendrik Bednarz.

Nicht nur, dass sich Rottenburg am Wettbewerb gründungsfreundliche Kommune beteiligte, auch wurde mit der Firma Imakomm ein Konzept zur Stärkung von Existenzgründern erarbeitet. Hierbei kristallisierte sich der Wunsch nach einem Gründerzentrum heraus. Zudem sollen im Bereich des DHL-Areals Möglichkeiten für Start up-Unternehmen geschaffen werden. Viele Handwerker und Mittelständler haben Ansiedlungswünsche für Rottenburgs Baugebiete oder Gewerbestandorte, weiß Bednarz. Hier gelte es, möglichst schnell zu handeln, sonst sind die »bald in einer anderen Nachbarstadt, etwa in Tübingen oder Reutlingen«. Auch im Bereich Holz sieht Bednarz einen Wachstumsmarkt für Rottenburg und Chancen für Existenzgründer. Hier habe man auch beim Wettbewerb »Start-up BW« Profil und Kante gezeigt, sei etwa mit einer Ahlandmaske aus Holz angetreten. »Holz gehört zu unserem Profil, Holzverarbeitung und auch der Werkstoff Holz an sich«, sagt Bednarz. Es sei klar, dass man mit der Hochschule für Forstwirtschaft im Bereich Existenzgründung und Gründerzentrum kooperieren wolle. Ein erster Schritt ist nun der Gründerkongress, der in der Hochschule für Forstwirtschaft im Schadenweilerhof angeboten wird.                                                                                                     –aba