Das Regierungspräsidium Tübingen informierte vergangene Woche die Medien über den Fortschritt des Projekts B 312 Ortsumfahrung Reutlingen (Scheibengipfeltunnel). Im Mittelpunkt des Rundgangs stand die Besichtigung der Betriebstechnik im Tunnel und Betriebsgebäude am Südportal. Das Regierungspräsidium erläuterte dabei auch ausführlich die Bedeutung der neuen Ortsumfahrung für die Luftreinhalteplanung in der Stadt Reutlingen.

REUTLINGEN/REGION. Der Scheibengipfeltunnel wird nach rund achtjähriger Bauzeit voraussichtlich Ende Oktober bzw. Anfang November 2017 für den Verkehr freigegeben. Regierungspräsident Tappeser würdigte bei dem Rundgang die große Leistung der beteiligten Bauunternehmen und Planungsbüros sowie des Projektteams um dessen Projektleiter Norbert Heinzelmann, das aus vielen Bereichen der Abteilung Straßenwesen und Verkehr des Regierungspräsidiums große Unterstützung erfahren hat. Mit großem Engagement und großer Fachkompetenz sei es gelungen, Baden-Württembergs größte Tunnelbaustelle im Zeitplan umzusetzen und den gesetzten Kostenrahmen im Wesentlichen einzuhalten.


Die neue rund 125 Millionen € teure Ortsumfahrung wird eine erhebliche verkehrliche Entlastung der Innenstadt von Reutlingen und deutliche Verbesserungen für den Verkehr auf dem Streckenzug Engstingen - Metzingen bringen. Gleichzeitig führt diese Entlastung auch zu einer deutlichen Reduzierung der Stickstoffdioxidbelastung in der Innenstadt. Regierungspräsident Tappeser: »Der Scheibengipfeltunnel allein reicht jedoch nicht aus, um den Grenzwert für Stickstoffdioxid einzuhalten. Es sind daher noch weitere verkehrliche Maßnahmen erforderlich, die zu einer Reduzierung des Verkehrs in der Lederstraße und zu einer maximalen Auslastung des Scheibengipfeltunnels führen.« Schließlich eröffnet die neue Ortsumfahrung viele Möglichkeiten der innerstädtischen Entwicklung in Reutlingen.

Bis zur Verkehrsfreigabe Ende Oktober/Anfang November werden vor allem noch die Arbeiten im Bereich der Tunnelbetriebstechnik und des Straßenbaus im Bereich des Süd- und Nordportals zu Ende gebracht. Außerdem werden noch Lärmschutzwände im Süden und Norden der Ortsumgehung sowie Lichtsignalanlagen am Efeu-Knoten im Norden und der Rampe am höhengleichen Anschluss am Südknoten gebaut, die Beschilderung entsprechend der Straßenverkehrsordnung angebracht, die passiven Schutzeinrichtungen vervollständigt sowie Markierungen und Zäune hergestellt. Alleine in diesem Jahr werden noch Bundesgelder in Höhe von 14 Millionen Euro € verbaut.