TÜBINGEN. »Bald können die Bühler Bewohner wieder beruhigt schlafen«, so Ortsvorsteher Gerhard Neth. Seit dem Spatenstich im Juli 2018 steht nun schon der erste Teil für den 340 Meter langen Damm, das Betondurchlasswerk. »Viele wissen nicht, dass ein Damm viel mehr ist als nur ein Dreckhaufen«, meint Albert Füger vom Tiefbauamt. Es steckt viel Technik dahinter, bei Hochwasser den entsprechenden Schutz zu gewährleisten. Laut der Ingenieure verfügt das fertiggestellte Betondurchlasswerk über zwei Öffnungen. Je nach Menge an Wasser wird die Wassermenge, die in den Talbach gelangt, durch zwei verschiedene Öffnungen geleitet. Die Regulierung erfolgt mithilfe elektrischer Sensoren und Stahlplatten.

»Nach 15 Jahren Planung sind wir alle froh, dass der Damm voraussichtlich Ende September steht«, sagt der Oberbürgermeister. Laut Boris Palmer war vor allem die Frage nach dem idealen Bauplatz ein Grund für die Verzögerungen, da der Damm mitten im Naturschutzgebiet liegt. »In ein paar Jahren ist alles wieder so grün, dass das Bauwerk nicht auffällt. Auch die Wege werden nach Verlegung in einem besseren Zustand sein«, erläutert Thomas Weckesser von der Stadt Tübingen. Das Bühler Tal als Erholungsgebiet behält also seine Attraktivität bei. »Die Erleichterung bei uns ist groß. So ein Hochwasser wie in den Jahr 2002 und dem danach wollen wir nie wieder erleben«, so die Mitglieder der Bürgerinitiative. Mit dem Bau des Damms ist die Firma Föhrer betraut. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwa 2,8 Millionen Euro. Glücklicherweise konnte das Baumaterial aus Entringen bezogen werden, wo momentan eine neue KiTa gebaut wird.                                                                                                                                                                                                                –ras