REUTLINGEN. Das neue Stadtbuskonzept der Stadt Reutlingen rollt am 9. September an. Damit die Busse dann hürdenfrei und termingerecht auf Achse sein können, werden die Gartenstraße und die Seestraße seit dem 4.März kräftig umgebaut. Denn gerade die Gartenstraße soll der neue Dreh- und Angelpunkt des innerörtlichen Personentransportverkehrs werden. »Wir sind momentan im Zeitplan«, so Bernd Eger, stellvertretender Leiter des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt der Stadt Reutlingen. Die zeitlichen Vorgaben waren sportlich, doch die Wetterfee war den Reutlingern hold. »Wir haben richtig gutes Bauwetter gehabt«, so Eger weiter. Die Bauarbeiten in der Seestraße wurden am 24. April beendet.
Dort rollt der Verkehr mittlerweile schon wieder. Siebeneinhalb Wochen wurde die Seestraße zwischen den Kreuzungen Albstraße und Kaiserstraße für das kommende Stadtbusnetz fit gemacht. Die Kosten liegen bei zirka 670 000 Euro.

Gartenstraße wird zur Bustrasse

In der Gartenstraße gehen die Arbeiten derweil zügig voran. Die 750 Meter lange Baustelle, zwischen dem Kreuzungsbereich Karlsstraße und Burgplatz, wurde in drei Bauabschnitte unterteilt. Die geplanten Kosten für die Instandsetzung belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Euro. Unter anderem muss der Straßenbelag komplett erneuert werden, da der alte Belag in seinem Zustand der Belastung durch die Busse nicht standgehalten hätte. Da die Busse in beiden Richtungen unterwegs sein werden, müssen die Kreuzungen mit neuen Ampelanlagen ausgerüstet werden. Autos werden weiterhin geduldet, allerdings dürfen diese wie gewohnt nur in eine Richtung fahren.

Der Bus hat immer Vorrang - überholen geht nicht. Stoppt der Bus, so müssen sich die Autofahrer in Geduld üben und ebenfalls warten. Zum Teil verbreiterte Gehwege und zehn neue Bäume sollen zusätzlich etwas Hektik aus der Gartenstraße nehmen und zur Verkehrsberuhigung beitragen. Auch werden in diesem Bereich zahlreiche Parkplätze wegfallen. Dafür wird es fünf neue barrierefreie Haltestellen entlang der neuen Bustrasse geben – mit digitaler Fahrgastinformation und Wartehallen ausgestattet. Der bisherige ZOB fungiert dann nur noch als normale Haltestelle. Durch das neue Buskonzept erhofft sich die Stadt, dass möglichst viele Menschen vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Die 70 neuen Haltestellen für die Quartiersbusse sollen ihren Teil dazu beitragen. 

Kommunikation ist alles

Damit die Menschen vor Ort nicht alleine mit ihren Sorgen und Fragen dastehen hat die Stadt in Höhe der Planie eine Anlaufstelle geschaffen. Im dortigen Bürocontainer wurde für die Anwohner und weitere Interessierte immer dienstags von 17 bis 18 Uhr eine Bürgerinformationssprechstunde eingerichtet. Diese wurde bisher auch rege wahr- und angenommen. Ein dickes Lob gab es seitens der Verantwortlichen für die Geduld der Anwohner. Für die Autofahrer gilt weiterhin: Am besten den Bereich umfahren. Falls dies nicht möglich ist – eine Umleitungsstrecke ist innerorts ausgeschildert. Bis zum 31. August dieses Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Für den Verkehr freigegeben wird die Straße aber erst am 9. September.                                                                                                                                                                                                –boe