BAISINGEN. Horst Schuh hört im kommenden Jahr auf. Der Baisinger Ortsvorsteher kandidiert bei den Kommunalwahlen nicht mehr für den Ortschaftsrat und will auch sein Amt als Ortsvorsteher abgeben wird. »Ich bin jetzt 60 Jahre alt, und da überlegt man sich, wie man die restlichen Berufsjahre gestalten will«, sagt Horst Schuh im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit 60 Jahren beginne ein neuer Lebensabschnitt auch habe er vielfältige Aufgaben als Fraktionsvorsitzender. 20 Jahre sei er Baisinger Ortsvorsteher gewesen, »das war eine arbeitsintensive Zeit.« Von der Aufgabe als Ortsvorsteher wolle er sich nun trennen. Als »Baisinger Schultes« sei er rund um die Uhr Ansprechpartner für die Belange der Bürger gewesen. Nun will er sich Zeit für sich nehmen.

Westweg laufen
Schuh ist verheiratet mit seiner Frau Monika und hat drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Alle seien im Berufsleben verankert und hätten einen eigenen Hausstand, erzählt Schuh. Mit seinen beiden Söhnen begann Horst Schuh, vor drei Jahren den »Westweg« zu laufen, und auch in diesem Jahr waren sie wieder auf Schusters Rappen unterwegs. In fünf Tagen wanderte Schuh mit seinen beiden Söhnen vom Feldberg nach Basel und wieder zurück - insgesamt 160 Kilometer. Auf die Idee, den Westweg zu laufen, kamen die Söhne von Horst Schuh selbst - am Abend wurde Karten gespielt, zudem genoss es Schuh, sich mit seinen Söhnen viel unterhalten zu können und einmal ganz aus dem Alltag herauszukommen.

Höhepunkte der Amtszeit
Als Highlights seiner Amtszeit nennt Schuh den Umbau der Schlossscheuer und des Schlosshofareals sowie den Anbau an die Schlossscheuer. 2004 sei das Ensemble fertig gewesen, hier wurden viele Eigenleistungen erbracht. 14 000 ehrenamtliche Stunden flossen in den Umbau ein, 100 000 Euro erbrachte der damals eigens gegründete Förderverein Schlossscheuer selbst. Zudem wurden 200 000 Euro an Eigenleistungen erbracht.

Schönstes Dorf
Viele Hocketsen und Sichelhenken mussten organisiert werden, bis die Summe von 100 000 Euro aufgebracht werden konnte.
Als weiteres Highlight wertet Schuh die Organisation von zwei Gartenmärkten sowie 2008 die 750-Jahrfeier von Baisingen. Damals mussten im Jubiläumsjahr 35 Veranstaltungen gestemmt werden, »fast jede Woche gab es eine«, erinnert sich Schuh. 2005 holte Baisingen den ersten Platz auf Kreisebene beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft.« Weitere Schwerpunkte waren die Neubaugebiete, aktuell wird das Erweiterungsgebiet »Untere Wiesen« umgesetzt.

Zeitnahe Information 27 Bauplätze werden hier entstehen. Auch der Ausbau der Straßen war ein Schwerpunkt seiner Arbeit. »Klar, dass auch der Ausbau der L 1361 zur Ortsumfahrung Nagold/Mötzingen und als Autobahnzubringer einer der Höhepunkte war« freut sich Schuh. Zudem ist er froh, dass Feldwege im Zuge der Flurbereinigung entstanden sind. Der Leiter des Staatlichen Rechnungsamtes Tübingen dankt vielen engagierten Bürgern und dem Förderverein Schlossscheuer Baisingen, dass durch Eigeninitiative so viel ermöglicht werden konnte.
Wichtig sei ihm auch gewesen, die Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, zeitnah mitzuteilen und bekannt zu geben. »Dann können sich andere darauf einstellen.« Für einen Nachfolger gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der Ortsvorsteher aus der Mitte des Ortschaftsrates kommen. Die Ortschaftsräte empfehlen dem Gemeinderat den Ortsvorsteher, dieser wählt dann. Bestellt wird der Ortsvorsteher durch den Oberbürgermeister der Stadt Rottenburg. Wenn niemand aus der Mitte des Ortschaftsrates bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, gibt es auch die Möglichkeit, dass ein Baisinger Bürger oder eine Bürgerin das Amt des Ortsvorstehers übernehmen kann. Diese Person muss aber über 18 Jahre alt sein.     –aba