Lang, lang ist es her, dass sich die Verantwortichen der Rehaklinik Bad Sebastiansweiler über eine Erweiterung Gedanken gemacht haben. Am Sonntag, 2. April können sich Besucher einen Eindruck verschaffen von den nun zu Stein und Holz gewordenen Plänen. Dann öffnet der neu errichtete Anbau beim Tag der offenen Tür seine Pforten und jedermann und jede Frau kann sich einen Eindruck von den 34 Wohnungen machen, die nun das Angebot der alt eingesessenen Rehaklinik um einen wichtigen, zukunftsträchtigen Faktor erweitern: Betreutes Wohnen. Dass es hierfür einen Bedarf gibt, das wussten die Fachleute um Volker Gurski schon aus der Theorie. Wie groß das Interesse ist, das hätten wir so auch nicht vermutet, sagt der Geschäftsführer immer noch ein wenig erstaunt darüber, dass schon während der Bauphase alle zur Verfügung stehenden Wohnungen dauerhaft vermietet werden konnten. Das spricht für die Rehaklinik und ist gut für die Evangelische Heimstiftung, die als Träger den Bau finanziert.

ALLADIEN-Wohnung
Mit 8,9 Millionen Euro ging die Stiftung in die Umsetzung des Vorhabens, am Ende kam aufgrund verschiedener zusätzlich notwendiger Arbeiten an der Statik, im Fundament oder auch mit einer neuen Küchendecke eine Million Euro oben drauf. Am Ende beläuft sich die Investiitonssumme auf rund zehn Millionen Euro mit den Arbeiten im Außenbereich. Dass die 33 Wohnungen schon jetzt dauerhaft vermietet sind, bestätigt die Investoren, die noch ein Sahnehäubchen drauf setzten. Die 34. Wohnung funktioniert nämlich als »Alladien«-Wohnung. Sie bleibt bewusst leer und beinhaltet »alltagsunterstützende Assistenzsysteme« mit neuesten Errungenschaften der Technik, die das Leben mit Behinderung oder eingeschränkten Fähigkeiten im Alter leichter machen. »Man kann die Wohnung tageweise mieten und testen, ob es sich lohnt solche Geräte für zu Hause anzuschaffen«, erläutert Gurski diese spezielle Angebot der Rehaklinik. Aber nicht nur dieses Schmankerl kann sich sehen lassen. Ein Bau in dieser Größe kann mächtig protzend daherkommen, doch dieser Anbau, schmiegt sich in das idyllische Bild der Kurklinik, wirkt elegant und zeigt sich in seinem Inneren pragmatisch durchdacht. Umgesetzt hat das Vorhaben die Architektenpartnerschaft in Stuttgart als Generalplaner, die Projektsteuerung haben Jeggle-Architekten aus Kernen übernommen. Nur Wohnungen anzubieten, das reicht beim Betreuten Wohnen nicht. Die Mieter können alle unsere Dienste nutzen, eine Grundberatung ist genauso inbegriffen wie die pflegerische Versorgung der mobilen Dienste und natürlich Essen und Trinken. Die komplette Küche wurde erneuert, was, so Gurski, eine logistische Meisterleistung gewesen sei, das unter dem laufenden Betrieb gestemmt werden musste. »Die Mitarbeiter haben das großartig gemacht«, lobt der Geschäftsführer, »ohne ihre Einsicht und ihr Engagement wäre das – unter den gegebenen Umständen – nicht so reibungslos, abgelaufen.« Auch der Speisesaal ist nun neu, rund 250 Menschen passen hinein mit einem der schönsten Ausblicke die man in der Region haben kann: Der Albtrauf lächelt täglich durch die großzügige Fensterwand. Die Küche kann diese Menge locker stemmen, und beliefert auch noch Außenstellen in Nehren, Balingen und Rosenfeld. Insgesamt hat sie eine Kapazität bis zu 900 Essen. Die Erweiterung wirkt sich auch auf die Beschäftigtenzahl aus. Von der Küchenhilfe bis zum Arzt kümmern sich 310 Mitarbeiter um das Wohl der Patienten und Bewohner. Drei bis fünf zusätzliche Arbeitskräfte werden wohl benötigt, schätzt Geschäftsführer Gurski.     –diet 
 

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