REUTLINGEN. Dieser Sommer und der Darauffolgende wird für die Reutlinger Autofahrer kein besonders leckerer Zuckerschlecken werden. Der Grund dafür ist die Sanierung der Brücke Schieferstraße/B28, die über die Sondelfinger Straße führt. Viele Jahrzehnte lang hat sie alles er- und getragen, was so über sie rüber gerumpelt ist. Doch die gut 40 Jahre haben Spuren hinterlassen. Hohes Verkehrsaufkommen und das aus dem Winterdienst resultierende Salzwasser haben dem aus dem Jahre 1977 bis 1981 stammenden Bauwerk stark zugesetzt. 

»Die Verkehrsbelastung hat in den letzten Jahren sukzessive zugenommen«, resümierte Bernd Eger, stellvertretender Leiter des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt der Stadt Reutlingen. Die Brücke musste zirka 40 000 Autos, LKWs, Busse und sonstige Vehikel am Tag aushalten. Damit dies weiterhin möglich sein wird, muss nun umfassen saniert werden. »Der Knackpunkt ist die Lage der Brücke«, so Bernd Eger. Für die Autofahrer ist die Ost-West-Trasse die Hauptverbindung zwischen Tübingen und Metzingen ohne durch die Reutlinger Innenstadt zu müssen. Ein weiterer Knackpunkt ist die Größe der Brücke. Die Sanierungsarbeiten erstrecken sich auf rund 500 Meter. Das soll in zwei Bauabschnitten passieren. Vom 2. Mai bis 31. Oktober 2019 wird die Brücke in Fahrtrichtung Metzingen ausgebessert. Ein Jahr später ist die Gegenrichtung dran – dies soll vom 14. April bis 16. Oktober 2020 passieren. Im Zuge der Maßnahmen wird auch eine neue Asphaltschicht auf die Fahrbahn aufgetragen. Die Gesamtkosten für die Instandsetzung belaufen sich auf insgesamt rund 4,3 Millionen Euro.

Maßnahme notwendig für die Verkehrssicherheit

In einer turnusmäßigen Überprüfung im Jahr 2015 wurden an der Brücke erhebliche Mängel und Schäden festgestellt. Eigentlich war die Sanierung für 2017 geplant. Doch entschied sich die Stadt dafür, auf eine Bezuschussung in Höhe von etwa 1,56 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Kommunalen Sanierungsfonds von Brückenbauwerken zu warten. 

Gute Nerven sind gefragt

Durch die Baumaßnahmen ist natürlich mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Eine Umleitung für die Autofahrer wird es nicht geben, da die Strecke nicht gesperrt, jedoch nur einseitig in die jeweilige Richtung befahrbar sein wird. Der Verkehr wird per Reißverschlussverfahren auf eine Spur verlagert. Wer kann, sollte die Baustelle großräumig umfahren, da auch auf den Ausweichstrecken, wie der Föhrstraße und Karlsstraße ziemlich viel los sein wird. Für die Fußgänger und die Radfahrer gibt es im Bereich der Brücke eine empfohlene und ausgeschilderte Umleitung.                –boe