GOMADINGEN. Es ist ein altes Gebäude mit viel Charme und Geschichte: Die Scheuer neben der alten Mühle in Gomadingen wurde von der Bäckerei Glocker zum attraktiven Café und Laden für Backwaren und regionale Spezialitäten umgebaut. Künftig lädt diese »Alte Mühlenscheuer« zum Wohlfühlen und Genießen ein.

Auch wenn die fast eineinhalbjährige Umbauphase enorm aufwändig und aufgrund der Vorgaben in Bezug auf Denkmal- und Brandschutz auch langwierig und zäh war: die Anstrengungen haben sich gelohnt. Aus der heruntergekommenen Scheune, in der einst auch einmal ein Schweinestall untergebracht war, ist eine wunderschöne Perle geworden, die für Gomadingen und die ganze Region eine Bereicherung darstellt. Für den jungen Bäckermeister Simon Glocker eine Investition in die Zukunft des elterlichen Betriebes, der an seinem bisherigen begrenzten Ladenstandort keine Perspektiven mehr bot. »Als ich 2014 von der Meisterschule kam, sprach ich meinen Vater darauf an, aus dem Laden etwas zu machen«, erinnert er sich. Doch Klaus-Dieter Glocker hatte schon damals die alte Mühlenscheune für ein Zukunftsprojekt ins Auge gefasst. Durch den Einstieg seines Sohnes in den Betrieb konnten nun konkrete Pläne gemacht werden.

»Das komplette Areal mit alter Mühle und Scheuer war im Privatbesitz und stand zum Verkauf. Also kaufte es die Gemeinde und wir kauften ihr die Scheune ab«, erzählt Klaus-Dieter Glocker. Allerdings war damals noch geplant, dieses heruntergekommene Gebäude abzureißen und etwas ganz Neues zu bauen. Doch da spielte das Landesamt für Denkmalschutz nicht mit. Also blieb das alte Gemäuer samt Fachwerk erhalten und wurde umfangreich saniert. Im vorderen Bereich zur Straße hin erfolgte ein komplett verglaster Anbau, in dem sich nun 60 Gäste im Café Köstlichkeiten servieren lassen können. Sie finden auf der Speisekarte unterschiedliche Frühstücksvarianten und ansprechende Snacks auf der Basis des eigenen Brotes wie frische Dennete, Currywurst im Brötchenteller oder belegte Röstbrote. Außerdem wurden sanitäre Anlagen und eine Vorbereitungsküche angebaut, im Gebäude selbst finden sich darüber hinaus Lager- und Kühlräume, ein Laden für die eigenen Backwaren und regionale Spezialitäten wie Mehl, Schnäpse, Wurst, Käse, Joghurt, Alblinsen, Sirup und Säfte, Eier und Kartoffeln. In dem Raum, der früher als Schweinestall diente, konnte eine Schaubäckerei eingerichtet werden, in der künftig Backkurse und besondere Events stattfinden. »Gebacken wird nach wie vor in unserer Produktionshalle, aber der Laden ist komplett umgezogen«, berichtet Simon Glocker. 


Freisitz an der Lauter
Geöffnet hat die »Alte Mühlenscheuer« von Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr, Samstag von 6 bis 17 Uhr und Sonntag von 7.30 bis 17 Uhr. 15 zusätzliche Teilzeitkräfte sorgen jetzt dafür, dass sich die Gäste entweder im Café, auf der gemütlichen Terrasse vor der Scheuer oder im hinteren Bereich ganz beschaulich direkt an der Lauter wohlfühlen. 2,5 Millionen Euro investiert
Simon Glocker leitet gemeinsam mit seinem Vater Klaus-Dieter nach wie vor die Produktion, seine Mutter Roswitha und Ehefrau Vanessa sind für die »Alte Mühlenscheuer« zuständig. Rund 2,5 Mio. Euro wurden in dieses Schmuckstück, das von LEADER und ELR gefördert wurde, für Kauf und Umbau investiert. Der Bedarf ist laut Simon Glocker im Hinblick auf den florierenden Tourismus und die örtliche Nahversorgung gegeben: »Hier läuft direkt der Radweg vorbei und bisher bot sich nur wenig Gelegenheit zur Einkehr. Das soll sich nun ändern«. Die Gemeinde ist derzeit dabei, die benachbarte Mühle zu sanieren, sodass sich hier nach Fertigstellung ein einzigartiges und sehenswertes Ensemble ergibt, das Besucher anspricht und zum Verbleib einlädt.                                 -mb