Die Einrichtung von Kreisverkehren ist nach wie vor große Mode. Der richtige Umgang mit den Verkehrsregeln hierzu hat sich aber immer noch nicht durchgesetzt, weshalb zunächst auf die gesetzliche Regelung in § 8 Abs. 1, 1 a, zu verweisen ist:

„Ist eine Einmündung in einem Kreisverkehr Zeichen 215 (Kreisverkehr) unter dem Zeichen 205 (Vorfahrt gewähren) angeordnet, hat der Verkehr auf der Kreisfahrbahn Vorfahrt. Bei der Einfahrt in einen solchen Kreisverkehr ist die Benutzung des Fahrtrichtungsanzeigers unzulässig.“

Nochmal: Derjenige, der sich im Kreisverkehr befindet, hat nur dann Vorfahrt, wenn vor dem Kreisverkehr, also in der Einmündung, das Zeichen 205 Vorfahrt gewähren steht. Dies bedeutet, dass jeder, der in den Kreisverkehr einfährt, genau darauf achten muss, welche Beschilderung vorliegt. Fehlt jegliche Beschilderung an einer Einfahrt, ist der Verkehr innerhalb der Kreisfahrbahn wartepflichtig gegenüber dem einfahrenden Verkehr. Die weit verbreitete Meinung, dass derjenige, der im Kreisverkehr ist, auch immer Vorfahrt gegenüber Einfahrenden habe, ist also falsch.

Es soll auch vorgekommen sein, dass das Zeichen 215 (Kreisverkehr) ohne das Zeichen 205 Vorfahrt gewähren aufgestellt wurde, was nicht zulässig ist. Dann bleibt es dabei: Der im Kreis Befindliche hat keine Vorfahrt, die Vorfahrt liegt beim Einfahrenden.

Immer wieder falsch gemacht ist auch das Betätigen des Blinkers. Beim Einfahren ist ausdrücklich geregelt, dass nicht geblinkt werden darf. Dies hat auch einen guten Grund. Insbesondere bei kleineren und Kleinstkreisverkehren ist der Radius sehr gering. Dann ist das Setzen des Blinkers bei der Einfahrt und das Zurücknehmen fast zeitgleich und damit irritierend.

Beim Verlassen des Kreisverkehrs allerdings ist der Fahrtrichtungsanzeiger zu bedienen, d. h. das Verlassen des Kreisverkehrs ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen.

Häufig ist bei kleinen Mittelinseln eines Kreisverkehrs ein Überfahren der Mittelinsel möglich. Damit wird die durch die Kreisfahrbahn beschriebene Kurve unter Benutzung der Mittelinsel geschnitten, was verboten ist. Problematisch könnte hier sein, dass bei schlechten Witterungsverhältnissen (Schnee) gar nicht erkennbar ist, wo die Mittelinsel anfängt, d. h. sie muss wahrnehmbar sein.

Wichtig, weil unfallträchtig, ist auch das Rechtsfahrgebot. Dies gilt auch im einspurigen Kreisverkehr. Auffahrunfälle und Unfälle durch Verlassen der vorgegebenen Kreisbahnen sind eine häufige Unfallursache.

Ist der Kreisverkehr zweispurig, hat der Innenfahrende den Vorrang des Außenfahrenden zu achten. Dies gilt auch dann, wenn die Kreisfahrbahnen nicht markiert sind.