Was sich Versicherungen alles einfallen lassen, um Geschädigte um ihre Ansprüche zu bringen, wird immer verrückter, wie der folgende Vorgang zeigt:

Frau A.B. hatte einen unverschuldeten Verkehrsunfall, bei dem sie erheblich verletzt wurde, mit langer Arbeitsunfähigkeit. Die Haftung war klar zu Gunsten von Frau A.B. Die Versicherung versuchte nun alles, um die lange Arbeitsunfähigkeit in Frage zu stellen. Die Vorstellungen, welches Schmerzensgeld angemessen sei zwischen dem, was Frau A.B. gefordert hatte, und dem, was ihr geboten wurde, war sehr groß, entsprechend dem restriktiven Verhalten der Versicherung. Nunmehr drohte eine Klage gegen die Versicherung. Dann passierte Folgendes:

Die Versicherung schrieb:

„Dem ersten Anschein nach postete Ihre Mandantschaft Ende … unter anderem auf Ihrer Facebook-Profil Bilder von sich, auf welchem sie reitend zu sehen ist (es folgen die Facebook-Daten mit Namen A.B.). In diesem Zeitraum bestand laut den vorliegenden Arztberichten eine Arbeitsunfähigkeit. … Insofern stellt sich natürlich die Frage, ob und inwieweit die geltend gemachten Beschwerden ab dem … grundsätzlich und/oder in welchem Ausmaß auf das hier gegenständliche Unfallereignis zurückzuführen sind. Insgesamt wurden … € für den Personenschaden zur Verfügung gestellt. Wäre es vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll, den Vorgang einvernehmlich als abgeschlossen zu betrachten?“

Was für ein Vorwurf? Nämlich im Grunde der Vorwurf des versuchten Betrugs.

Was aber war die Wahrheit?

Frau A.B. hat gar kein Facebook, weder zur Unfallzeit noch bis zum heutigen Tag. Aufgrund der vorliegenden Daten war es möglich, zu überprüfen, welche Person reitend dargestellt war. Es war natürlich eine völlig andere Person, aber auch mit dem Namen A.B.

Die Art und Weise dieses Vorgehens legt es nahe, dass zumindest diese Versicherung dazu übergegangen ist, weitgehende Ermittlungen zur Person des Geschädigten durchzuführen, Ermittlungen, die auch nicht dadurch abgedeckt sind, dass in solchen Fällen eine Erklärung zur Schweigepflicht abgegeben wurde, die natürlich nur den ärztlichen Bereich betrifft.

Was kann man daraus lernen? Nichts ist unmöglich, wenn es darum geht, einem Geschädigten das Leben so schwer wie möglich zu machen.